Preise für Anne-Sophie Mutter und Martin Sauer
Ray Charles posthum mit Grammys ausgezeichnet

Am Sonntagabend wurden bei einer Gala in Los Angeles die Preise für die besten musikalischen Leistungen des Jahres 2004 vergeben. Der große Gewinner war Soul-Genie Ray Charles, doch auch nach Deutschland gingen zwei der begehrten Auszeichnungen.

HB LOS ANGELES. Der Schöpfer der Soul-Musik Ray Charles ist acht Monate nach seinem Tod der große Gewinner der Grammys. Der im Juni 2004 gestorbene Superstar wurde in der Nacht zum Montag mit acht Grammys geehrt, darunter in der Hauptkategorie „Bestes Album“. Charles, der am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren starb, hatte die CD „Genius Loves Company“ in seinen letzten Lebensmonaten mit Musikgrößen wie B.B. King, Elton John und Willie Nelson aufgenommen. In seiner Jahrzehnte währenden Karriere hatte er zuvor insgesamt zwölf Grammys gewonnen.

Zu seinen nun posthum verliehenen Preisen der US-Musikakademie gehörte auch der Grammy für die Single des Jahres. Er ging für den Song „Here We Go Again“ an Charles sowie an seine junge Duett- Partnerin Norah Jones. Die Jazz-Sängerin bedankte sich überglücklich und würdigte Charles als großen alten Meister des Soul. „Ich fange gleich an, zu weinen“, sagte sie. Der Preis mache deutlich, wie wundervoll Musik sein könne. „Zusammen mit Ray Charles ist das hundertprozentig so.“

Der Schauspieler Jamie Foxx, der für die Verkörperung des Soul- Genius in dem Musikfilm „Ray“ für einen Oscar nominiert ist, begeisterte das Publikum in der Grammy-Nacht mit einer Interpretation des Charles-Welthits „Georgia on My Mind“.

Zu den anderen herausragenden Gewinnern der Grammy-Nacht gehörten die R&B-Musiker Alicia Keys und Usher mit vier sowie drei Auszeichnungen. Auch die irische Rockband U2 holte sich drei Grammys. Den Preis für das beste Rock-Album gewann die Band Green Day mit ihrer punkige Politrock-Oper „American Idiot“. Darin nehmen sie das neo-konservative Amerika unter George W. Bush kräftig auf die Schippe. „Rock and Roll kann gefährlich sein und zugleich Spaß machen“, sagte Green-Day-Bandleader Billy Joe. Die Gruppe aus Kalifornien hatte zuletzt vor elf Jahren einen Grammy gewonnen, schaffte es aber mit ihrer musikalischen Regierungskritik nun wieder auf die Titelseite des Magazins „Rolling Stone“.

Der HipHop-Musiker und -Produzent Kanye West, der mit zehn Anwartschaften der große Favorit war, schnitt weniger gut ab, als erwartet. Er holte sich aber die Grammys für das besten Rap-Album mit seiner CD „The College Dropout“ sowie für den besten Rap-Song mit „Jesus Walks“.

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