Presseschau
Griechenland abhaken, Europa retten!

Die internationale Wirtschaftspresse sieht trotz der Erweiterung des Krisenfonds EFSF weiterhin schwarz für Griechenland und empfiehlt, lieber an das Schicksal der Eurozone zu denken. Die Presseschau.
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DüsseldorfDie britische Financial Times fordert Europas Politiker dazu auf, sich nicht von den Problemen in Athen ablenken zu lassen. Die Einsätze seien viel höher. „Die drängende Aufgabe ist nicht Griechenland zu retten, sondern die Eurozone“, schreibt das Blatt. Momentan sei es kontraproduktiv, Griechenland zu weiteren Kürzungen zu drängen. Dies habe bisher nicht nur die Misere des Landes verschlimmert, sondern auch Zweifel über die Robustheit der Eurozone aufkommen lassen. Diese beiden Aspekte müssten voneinander getrennt werden. „Griechenlands Bankrott innerhalb der Eurozone zuzulassen, ist ein Weg, dies zu erreichen“, meint die FT. Dies sei möglich, solange die anderen Wackelstaaten von den schlimmsten Auswirkungen einer solchen Entwicklung geschützt würden. Schließlich sorge Griechenland für lediglich zwei Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung, daher dürfte selbst ein Totalausfall nicht übermäßig viel Schaden anrichten.

Auch die Agentur Reuters sieht Griechenland in einem Teufelskreis gefangen. Das Land müsse Schulden aufnehmen, um die laufenden Verpflichtungen zu bedienen, torpediere dabei das Wirtschaftswachstum und verschlechtere somit die Schuldenquote gemessen am BIP. Sich aus diesem Kreislauf zu befreien, würde jedoch noch lange nicht das Problem der griechischen Wettbewerbsfähigkeit lösen. Mit einer Produktivität von rund 30 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt könne sich das Land nicht auf den Wachstumspfad zurückkämpfen, indem es den Gürtel immer enger schnalle. Die Reformen würden sich erst in einigen Jahren auszahlen, wobei die Kürzungen sofort die Nachfrage beschnitten. 


Haltbarkeit der Rettungspläne wird immer kürzer

Die Haltbarkeitsdauer von Europas Rettungsplänen werde immer kürzer, attestiert das Wall Street Journal mit Blick auf die Diskussion um den Krisenfonds EFSF. Kaum hätten Europas Parlamente die Ratifizierung der Erweiterung auf 440 Milliarden Euro abgeschlossen, diskutiere man bereits über die nächste Vergrößerung, angesichts der sich zuspitzenden Krise. Eine mögliche Option sei, den EFSF in eine Art Versicherung umzuwandeln. Sollte der Fonds etwa die ersten 20 Prozent der Verluste durch Staatsanleihen versichern, dürfte sich seine Feuerkraft auf 1,25 Billionen Euro erhöhen. Idealerweise könnte der EFSF die Schulden der Banken versichern und die drohende Kreditklemme in der EU zu umschiffen helfen. Doch sei schon die Hilfe für Staaten ein politisch heikles Thema. Grenzübergreifende Hilfen für Banken dürften noch konfliktträchtiger sein. „Europa muss irgendeinen Weg finden, um die Feuerkraft des EFSF zu erhöhen, ansonsten könnte der Druck auf das Finanzsystem der Eurozone zu groß werden“, meint das Blatt.

Das Wirtschaftsmagazin Economist schaut auf die Banken, die am gestrigen Handelstag für ein „Meer von roten Zahlen“ gesorgt hätten. Besonders das belgisch-französische Geldhaus Dexia und Morgan Stanley hätten dabei die meiste Aufmerksamkeit bekommen. „Dexias Schwierigkeiten sind gravierender als die von Morgan Stanley, dafür jedoch weniger überraschend“, schreibt das Magazin. Die Bank habe sich seit 2008 nicht von den toxischen Papieren der „ersten Phase der Finanzkrise“ befreien können. Außerdem halte es viele griechische Anleihen. Morgan Stanleys Auftritt im Rampenlicht sei weniger erwartbar und deshalb Besorgnis erregender.

Dabei sei nicht ganz klar, warum es das Institut dermaßen hart getroffen habe. Dies seien wohl die Auswirkungen der Euro-Krise, die sich nun zum ersten Mal dauerhaft in den USA zeigten. „Die vorbeugenden Maßnahmen der Investoren erinnern eher an Panik“, meint das Blatt.

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Wall Street-Demonstranten verdienen Respekt

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  • Ein großer Teil der deutschen Bürger interessiert sich nicht mehr für den Rettungsschirm, weil das Rentenalter anbricht oder man kurz davor steht.
    Ein anderer Teil interessiert sich nicht dafür, weil er als Harz IV Empfänger leider eh nicht gewillt ist, sich mit den Probelemen unseres Landes (und der eigenen) auseinander zu setzen. Und entsetzlich viele Menschen interessieren sich trotz guter Bildung nicht dafür, weil es unbequem ist, sich die Informationen zusammensuchen zu müssen! Da wählt man lieber den eigenen Untergang! Insoweit muss man einfach nichts machen.-Ist ja egal! NOCH!!! Was die Freiheit wert ist, weiß man erst, wenn man sie verloren hat! Es muss wohl soweit kommen!

  • Ja, man hat aus der "Bankenrettung" gar nichts gelernt, wer sollte denn etwas lernen? Fast alle Politiker sind doch z.Z. die Angestellte des Internationalen Kapitals und der Banken. Wenn es so weiter geht, ist die Diktatur des Kapitals, wie es in China verwirklicht ist, nicht mehr weit.

  • Die Story mit Grichenland kann ich nicht mehr hören..., denn im Kern geht es nicht um die paar Griechen, es geht auch nicht darum, dass andere Staaten folgen könnten etc. Es geht einzig und allein um den europäischen Bankensektor und hier im speziellen um die französichen (belgischen) Banken, namhaft Dexia, BNP, SocGen. Allein diese Häuser haben in Griechenland wohl ca. 100 Mrd. Euro im Feuer. Fährt Griechenland vor die Wand ist in diesen Häusern die Eigenkapitaldecke aufgezehrt und der Bankbetrieb müsste eingestellt werden, bzw. Staaten müssten wieder Banken "retten". Man hat aus Lehman nichts (aber auch wirklich gar nichts!) gelernt!!!
    "Unverschämt" ist jedoch, dass uns die Politiker dieses ganze Getue als "Griechenland-Rettung" oder als "EURO-Rettung" verkaufen....Und noch unverschämter ist, dass die Leute, die es beim Namen nenne, öffentlich denunziert werden (Herrschaften wie Bosbach, Schäffler... etc.). Man kommt nicht umhin, die EFSF-Abstimmung mit der Abstimmung über die "Ermächtigungsgesetze" zu vergleichen... Bleib nur noch abzuwarten, wer als "SA" bald pöbelnd durch die Straßen läuft und sog. "Widerständler" festsetzt...

    WILLKOMMEN IN DER DIKTATUR DES KAPITALS!!!

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