Primaten sind prima Werbeträger, ihre (Über-)Lebensräume profitieren davon
James und andere Großaffen

Die Affen sind los! Nicht im Zoo, sondern in Mode, Werbung und Sponsoring. Kaumein Lifestyle- Bereich ohne irgendeinen Affen-affinen Beitrag. Primaten sind prima Werbeträger, einfach Hingucker.

Das gilt nicht nur für den dressierten Schimpansen im Hemdchen aus Deutschlands größter T-Shirt- und Tennis-Bekleidungs-Fabrik Trigema, der sich im immer gleichen TV-Spot für die allgemein rückläufige Inlandsfertigung am Ärmel zupft. Das wirkt zwar nicht unbedingt überzeugender, aber allemal origineller als das Versprechen des wahren Mr. Trigema inmitten seiner Wirkmaschinen.

Und glaubt man den Primatologen, ist der Unterschied ja auch gar nicht so groß. Bei manchen Typen ist unverkennbar, dass sich Großaffen und Menschen 96 Prozent der DNA teilen. Ein Mann müsse nur ein bisschen hübscher sein als ein Affe, erklärte Profiboxer Wladimir Klitschko kürzlich in einem Interview, „das reicht dann schon“.

Wir wissen nicht erst seit dem Kuss der Affenfrau in der Filmgeschichte „Der Planet der Affen“, dass die Primaten unsere Ururväter sind. Den mehr oder weniger gelungenen menschlichen Mutationen sind hier und dort wenigstens winzige Territorien geblieben, zum Beispiel „Monkeys Island“, der Stadtstrand in Düsseldorf, mit einem Immendorff- Äffchen als Symbol. Seine auf einer Halbinsel im Rhein gestrandeten Betreiber proben jetzt auch die Käfighaltung ihrer Artgenossen auf der Königsallee der Rheinmetropole in „Monkeys Club“ und schicken sich an, ihre Anhänger rudelweise mit „Monkeys Travel“ zum Affentanz nach Ibiza zu fliegen.

Doch man kann die Fragen, woher wir kommen, wohin wir gehen, auch ernsthafter angehen wie beispielsweise Benetton oder Rolex. Bekannt, gelobt und auch geächtet für seine ungewöhnliche Werbung, startet der italienische Modemacher jetzt eine tierische Kommunikationskampagne mit dem Titel „James und andere Affen“.

Dabei gehe es nicht – wie von dem engagierten Unternehmen gewohnt – um den indirekten Verkauf von Mode, sondern um Artenschutz, heißt es. Denn Benettons ausgewählte Top-Models sind vom Aussterben bedroht: Arron, Fizi, Bonny und Shanga, Männchen und Weibchen aus aller Welt, Gorilla, Schimpanse, Orang-Utan oder Bonobo. Von eindrucksvollen Großporträts schauen sie den Menschen direkt an, Auge in Auge. Es sind allesamt Waisenkinder, wie die biografischen Bildunterschriften berichten.

Im Bild festgehalten hat sie der renommierte Fotograf James Mollison, nachdem er die Tiere illegalen Händlern in afrikanischen und asiatischen Schutzgebieten abgenommen hat. Zum Beispiel Bonny, der fünf Jahre alte Pongo. Seine Mutter wurde getötet, um das Jungtier für den Tauschhandel mit lebenden Tieren einfangen zu können. Die Eltern anderer Artgenossen wie Pumbu und Jackson wurden für den Handel mit Wildfleisch umgebracht. Noch vor hundert Jahren gab es in Afrika rund zwei Millionen Schimpansen; heute sind es kaum mehr als 150 000.

„In den meisten ihrer Lebensräume werden Großaffen innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre aussterben, wenn nichts für ihre Rettung getan wird“, appelliert Jane Goodall. Die weltweit anerkannte Großaffenexpertin, engagierte Naturschützerin und Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen ist Schirmherrin der Benetton-Kampagne. Goodall hat herausgefunden: „Vom Schimpansen unterscheiden wir uns nur in einem Prozent.“

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