Prinz Harry und Dianas Tod
Von totalem Chaos und Fast-Zusammenbrüchen

Der Tod seiner Mutter Diana habe ihn in ein totales Chaos gestürzt, sagte Prinz Harry in einem Interview. Lange Zeit habe er sich nicht damit auseinandersetzen können. Das habe sich erst vor wenigen Jahren geändert.
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LondonZwölf Jahre war er alt, als seine Mutter, Prinzessin Diana, gestorben ist. Lange Zeit habe er sich damit nicht auseinandersetzen können. Er habe es zwei Jahrzehnte lang abgelehnt, überhaupt an seine Mutter zu denken. „Ich hab gedacht, es macht mich nur traurig und macht sie ohnehin nicht wieder lebendig“, gestand Prinz Harry jetzt in einem der sehr seltenen Interviews von Mitgliedern der britischen Königsfamilie. Er ist jetzt 32 Jahre alt und hat in dem Gespräch mit der britischen Zeitung „Telegraph“ eingeräumt, dass er erst vor wenigen Jahren angefangen hat, den Tod seiner Mutter zu verarbeiten – mit professioneller Hilfe und mit Boxsport.

Sobald er angefangen habe, über seine Gefühle zu sprechen, habe er festgestellt: „In Wirklichkeit ist man Teil eines großes Clubs.“ Sein Vorgehen habe auch andere in seinem Freundeskreis ermutigt, sich zu öffnen. Der Prinz will das in einem noch größere Stil forcieren und mit seiner Offenheit über Probleme in der Vergangenheit, über das „totale Chaos“ in seinem Kopf und über Fast-Zusammenbrüche psychischen Problemen ihr Stigma nehmen.
Der 32-Jährige spricht in dem Interview auch darüber, wie ihm Boxen geholfen habe. Er habe häufig kurz davor gestanden, jemanden zu schlagen. Diese Aggressionen habe er beim Boxen ausleben können. „Das hat mich gerettet, denn jemanden zu schlagen, der Boxhandschuhe anhat“ sei sicherlich die bessere Option gewesen als auf andere loszugehen.

Harry hat gemeinsam mit seinem Bruder William und dessen Frau Kate die Initiative „Heads together“ gegründet, sich dafür einsetzt, mit psychischen Problemen offen umzugehen. In seinem Interview mit dem „Telegraph“ weist er Spekulationen zurück, dass die Gründe für seine eigenen Probleme mit seinem Militär-Einsatz in Afghanistan zu tun haben. „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nichts mit Afghanistan zu tun hat. Ich bin keiner von denen, die mit ansehen mussten, wie ihre Kameraden neben ihnen starben. Zum Glück“, sagt er. Vielmehr habe seine Arbeit in einer Rettungseinheit in Afghanistan ihm geholfen, ernsthafte psychische Erkrankungen besser zu verstehen. „Ich weiß jetzt, das Reden über die eigenen Probleme einen großen Wert hat, Schweigen macht alles nur noch schlimmer.“

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