Produktion für Kik: Mehr als 900 Tote in Bangladesch

Produktion für Kik
Mehr als 900 Tote in Bangladesch

In der vor rund zwei Wochen eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch sind jetzt mehr als 900 Tote geborgen. Das Land schließt andere Fabriken aus Sicherheitsgründen. Und der Textilhändler Kik steht wieder in der Kritik.
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DhakaDie Zahl der geborgenen Leichen nach dem verheerenden Fabrikeinsturzes in Bangladesch ist am Mittwoch auf mehr als 900 gestiegen. Es seien bislang 912 Leichen gefunden worden, sagte der Armeebeamte Sadiq Walid am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Das achtstöckige Gebäude in einem Vorort von Dhaka, das mehrere Textilfabriken beherbergte, war am 24. April eingestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich etwa 3.000 Menschen darin aufgehalten haben. 2.437 Menschen wurden nach offiziellen Angaben lebend geborgen. Zwölf mutmaßliche Verantwortliche für die Katastrophe sind mittlerweile festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes und leitende Mitarbeiter mehrerer Textilfirmen.

Als Reaktion haben die Behörden des Landes 18 andere Textilfabriken aus Sicherheitsgründen geschlossen. Insgesamt 16 Fabriken seien in der Hauptstadt Dhaka und zwei weitere in der Stadt Chittagong im Südosten des Landes geschlossen worden, sagte Textilminister Abdul Latif Siddique. Seinen Worten nach soll auch die Arbeit in weiteren Werken aufgrund von neuen strengen Sicherheitsregeln eingestellt werden.

Das NDR-Magazin „Panorama“ berichtet über ein Foto, das nahelegt, dass auch Kleidungsstücke der aktuellen Kollektion der Textilhandelskette Kik in den Trümmern der eingestürzten Fabrik gefunden wurden. Das Bild zeige eine Bluse aus der aktuellen „Verona Pooth Kollektion 2013“.

Zunächst hatte Kik gesagt, seit 2008 keine direkten Beziehung zu der Fabrik mehr zu haben. Der „Panorama“-Redaktion teilte das Unternehmen jetzt mit: „Unsere Nachforschungen haben (...) ergeben, dass indirekt über einen unserer Importeure bis Anfang dieses Jahres dort produziert wurde. Obwohl zum Zeitpunkt des Unglücks alle unsere Waren bereits verschifft und auch über diesen Importeur keine neuen Aufträge platziert waren, müssen wir jetzt kritisch hinterfragen: Warum ließ dieser Importeur dort Ware produzieren?“

Am Donnerstag ereignete sich ein weiteres Unglück in einer Textilfabrik in Bangladesch. Bei einem Brand in einem Werk in der Hauptstadt Dhaka wurden mindestens acht Menschen getötet. Nach Angaben der Feuerwehr erstickten die Opfer. Unter den Toten waren laut Polizei keine Arbeiter, da der Brand in der Nacht ausbrach, als die Produktion ruhte. Zu den Opfern zählen demnach der Besitzer der Fabrik, vier seiner Mitarbeiter sowie zwei Polizisten. Die Ursache für den Brand war zunächst unklar.

Kommentare zu "Mehr als 900 Tote in Bangladesch"

Alle Kommentare
  • @Ockhams_Rasiermesser

    Sorry, aber "Weiß" ist natürlich nur Asche!

    Danke, dass Sie den Kommentar aufgenommen haben, zeigt es doch, dass Sie sich bildhaft mit dem Klischee von KIK auseinandergesetzt haben. Die Farben sollen die Misstände in den Produktionsstätten assozieren.

    Wer trägt schon gerne Kleidung, die vielleicht eine Tote für 30 Cent am Tag herstellen musste, während das Management es sich gut gehen lässt. Das erinnert an die finstersten Kapitel der Sklavenzeit.

  • Die Farben von KIK sind allerdings Rot und Weiß. Und nun?

  • @pool

    Ja, da haben Sie vollkommen Recht! Dem Kapital ist es aber egal wenn Menschen sterben. Es gibt in den armen Ländern genug nachwachsendes Humankapital, welches zutiefst ausgebeutet und vernichtet werden kann! Das gleiche macht man nun auch hier zu Lande! Deswegen holt man sich ja auch die Migranten hierher. Da man damit die Löhne niedrig halten kann und an billige Arbeitskräfte kommt. Ein Euro Jobs ist nichts weiter als Zwangsarbeit!!

    Es herrschen in Deutschland faschistische Zustände!! Die jeder Zeit wieder extrem werden können. Da die KZ ja alle bestens erhalten wurden! Schon die Einführung von ALG II ist der NS-Zeit entlehnt und verdeckte Zwangsarbeit!! Die Hetze gegen sozial Schwache durch die Politik gab es schon unter Hitler! Hier wird versucht den Faschismus wieder durch die Hintertüre einzuführen. Und kaum einer will das wahrhaben!! Ja, die meißten Deutschen machen doch wieder mit!! Haben sich entsolidarisiert!! Widerlich!!

    Der Kapitalismus befindet sich im Todeskampf und die Herrschende Klasse, das Kapital tut alles dafür um das System aufrecht zu halten. Deswegen auch die NSU Morde, in der die Politik bestens involviert ist (Aktenvernichtung)!! Die Hetze gegen den Islam usw usw...

    Die Nazi hatten ja bereits Pläne zu Europa. Und genau diese Pläne kann man auch auf heute anwenden. Nur halt in einer anderen, besser verschleierten Form!

    [...]

    Und genau das gleiche, nämlich hungern, machen die Deutschen mit ihrer Austeritätspolitik heute mit dem Rest Europas. Besonders mit den Südländern, dem Ostblock! Ausser den Nordländern.

    Und die Deutchen Untertanen machen wieder alle mit....zum kotzen ist das!!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • KIK und Pooth sollten schnellsten 50 Mio. Euro als Entschädigung für die Hinterblieben der vielen Todesopfer überweisen.

    Die Farben von KIK, Schwarz und Rot, erinnern an verkohlte Leichen und Blut!

  • 900 Tote und bloss lahmarschige Kritik wird geübt? Das sind KZ-Zustände!

    Wo der Nachweis erbracht worden ist, dass in Billiglohnländern produziert wird, müsste der Laden sofort geschlossen werden und die Management-Ebene verhaftet!
    Die Informationen sind verfügbar über die Herkunft der Textilien. Auch die unteren Etagen müssen an den Pranger gestellt werden genau wie Politiker, die Verantwortung tragen für diese Einfallstore. Die EU-Auguren sind längst verschmolzen mit dem vermeintlichen Feindbild!

    http://www.chinahush.com/2009/10/21/amazing-pictures-pollution-in-china/



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