Project Skyline
Größenwahn in Downtown

Die Spieleszene wird gemeinhin von wenigen etablierten Autoren beherrscht. Neuen Autoren gelingt es nur selten, bei den großen Verlagen ein Spiel unterzubringen. Ein Beispiel für erfreuliche Ausnahmen ist der Koreaner Jung Je Ho, der bisher als Autor nicht in Erscheinung getreten ist. Doch sein Erstlingswerk „Project Skyline“ hat es gleich in die Familienreihe des Verlages Amigo-Spiele geschafft.

DÜSSELDORF. Als Grundstücksspekulanten und Baulöwen bauen wir bei Project Skyline eine virtuelle Innenstadt mit Hochhäusern zu. Scheinbar wahllos wird das anfangs noch dünn besiedelte Gebiet bebaut – immer mit dem Ziel, möglichst hohe Mieten zu kassieren. Doch ganz so wahllos funktioniert das natürlich nicht. Es gelten strenge Regeln. Wenn wir Häuser bauen, müssen wir vorher den Architekten über den Plan ziehen, der dann bestimmt, welchen Bauplatz wir besetzen oder welches Haus wir erhöhen dürfen.

Mit Bauen alleine ist es aber nicht getan: Erhöhen wir ein Haus, müssen wir zwingend ein Haus eines Konkurrenten einreißen. Immobilienhaie können nicht anders. Es ist aber auch sinnvoll, beim Einreißen der gegnerischen Häuser strategisch vorzugehen, denn unser Ziel ist es, große zusammenhängende Grundstücke zu bilden. Diese bringen anschließend entsprechend hohe Mieten.

Als Mieter wiederum fungiert eine zweite Spielfigur, die wir ständig rund um den Spielplan ziehen. Bleibt diese Figur neben einem eigenen oder einem leeren Stadtfeld stehen, haben wir Glück gehabt. Steht sie jedoch neben einem fremden Gebäude – und das ist häufig der Fall – müssen wir zahlen. Manchmal sogar so viel, dass uns die fremde Miete in den Ruin treibt. Da ist es schwer, wieder mit eigenen Häusern auf die Beine zu kommen.

Autor Jung hat mit seinem Project Skyline ein kurzweiliges Familienspiel erdacht, dessen verschiedene Faktoren für viel Abwechslung sorgen, dessen Handlung aber trotzdem übersichtlich bleibt. Die Mechanismen sind so einfach, dass auch jüngere Spieler sie verstehen, gleichzeitig ist der strategische Anspruch schon erstaunlich hoch.

Aktionskarten bringen während des Spiels noch einmal etwas Unordnung in das Geschehen – den führenden Spieler wird es ärgern, insgesamt machen gerade sie den Ablauf aber noch etwas interessanter. Angesichts dieses Erstlingswerks bleibt zu hoffen, dass Jung bereits an weiteren Ideen arbeitet.

Project SkylineAmigo

2 – 4 Spieler ab 10 Jahren
ca. 45 min
ca. 24 Euro

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