Projekt gescheitert
Nordkorea verscherbelt südkoreanischen Urlaubsort

Besitztümer enteignet und verkauft: Nordkorea hat auf ruppige Art der touristischen Zusammenarbeit mit dem Süden ein Ende gesetzt. Seoul schickte jahrelang Wohlstandsbürger gen Norden - bis es zu einem Todesfall kam.
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SeoulDer Konflikt um ein seit drei Jahren eingefrorenes gemeinsames Tourismusprojekt von Südkorea und Nordkorea spitzt sich zu. Nordkorea erklärte am Montag, die noch verbliebenen Südkoreaner im Feriengebiet am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste müssten das Land binnen 72 Stunden verlassen. Ab sofort würden sämtliche Immobilien, Ausrüstungen und Fahrzeuge der südkoreanischen Seite auf legalem Wege veräußert, wurde ein Tourismusbeamter von den Staatsmedien zitiert. Das kommunistische Land hatte bereits mehrfach mit dem Verkauf südkoreanischer Immobilien gedroht.

Sämtliche „Vermögenswerte“ der südkoreanischen Unternehmen in dem Gebiet dürften seit Sonntag nicht mehr aus dem Land geschafft werden, hieß es. Nordkorea gab der südkoreanischen Regierung die Schuld für die Entscheidung.

Seoul hatte ein vom Mischkonzern Hyundai organisiertes Reiseprogramm für das Gebirge im Juli 2008 wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt, nachdem eine südkoreanische Touristin aus unter bis heute ungeklärten Umständen erschossen wurde. Der Forderung aus Seoul nach einer gemeinsamen Untersuchung des Vorfalls wurde nie nachgekommen.

Das symbolisch bedeutende Projekt war aber auch eine wichtige Devisenquelle für Nordkorea. Die Nachrichtenagentur AP berichtet von zweistelligen Millionenbeträgen – jährlich. Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea Gebäude der südkoreanischen Regierung konfisziert und auch privaten Unternehmen die Kontrolle über ihre Einrichtungen entzogen.

Südkorea verurteilte die jüngste Erklärung Nordkoreas. Die Regierung werde die „geeigneten Maßnahmen“ dagegen ergreifen, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul. Südkorea hatte wiederholt mit Konsequenzen für den Fall gedroht, dass Nordkorea die südkoreanischen Einrichtungen veräußern oder anderweitig loswerden wolle. Am Kumgang-Gebirge hielten sich nach Angaben der Sprecherin noch 14 Südkoreaner auf, die Mitarbeiter verschiedener Unternehmen seien.

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