Promi verlässt Organisation
Empfindliche Dämpfer für Scientology

Oscar-Preisträger Regisseur Paul Haggis („L.A. Crash“) steigt nach 35 Jahren bei Scientology aus. Als Grund für seinen Rückzug nennt der gebürtige Kanadier die diskriminierende Haltung der Organisation gegenüber Homosexuellen. Einen Dämpfer gab es für die Organisation auch in Frankreich.
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HB LOS ANGELES. „Ich habe endlich den Entschluss gefasst, dass ich nicht länger Teil dieser Gruppe sein kann“, schreibt der 56-Jährige Filmschaffende in einem Brief an den Scientology- Sprecher Tommy Davis, den die „Los Angeles Times“ am Montag veröffentlichte.

Der Regisseur und Drehbuchautor („Million Dollar Baby“) hält der Organisation vor, dass sie nichts dagegen unternommen habe, als sich die Gruppe in San Diego für ein Verbot der Homosexuellen-Ehe in Kalifornien starkmachte. „Die Weigerung der Kirche, die Aktionen dieser Frömmler, Heuchler und Homophoben anzuprangern, ist einfach feige“, beschwert sich Haggis.

Er habe früher von Scientology viel gelernt und Unterstützung erhalten und er habe die Organisation stets gegen Kritik in Schutz genommen, räumt Haggis ein. Nun sei er aber „schockiert“ über Lügen und falsche Darstellungen, die von Mitarbeitern verbreitet werden. So gäbe es etwa die Forderung, dass sich Anhänger von Freunden und Verwandten lossagen, die Scientology kritisieren. Diese Vorschrift der Abtrennung würde aber öffentlich geleugnet. Haggis führte als Beispiel seine Frau an, die der Aufforderung gefolgt war, den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Tom Cruise und John Travolta zählen zu den prominenten Scientology-Anhängern in Hollywood. Scientology wurde 1954 von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard (1911- 1986) gegründet.

Scientology musste auch in Frankreich einen Dämpfer hinnehmen. Wegen Betrugs wurde doe Organisation zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Der Strafgerichtshof von Paris folgte aber nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die „Eglise de Scientologie“ zu verbieten.

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