Prominenter Abgang
Steven Spielberg schmeißt als Olympia-Berater hin

Die Macher der olympischen Sommerspiele in Peking müssen künftig ohne einen ihrer prominentesten künstlerischen Berater auskommen. Hollywood-Regisseur Steven Spielberg hat seinen Job hingeschmissen und kritisiert Peking offen wegen dessen Darfur-Politik.

PEKING. Erneut müssen die Olympia-Macher in Peking einen Rückschlag hinnehmen. Der US-Regisseur Steven Spielberg hat seinen Job als künstlerischer Berater für die olympischen Sommerspiele in Peking hingeschmissen. Als Gründe nannte der Filmemacher und Oscargewinner die Sudan-Politik der Chinesen und die destruktive Rolle Pekings im andauernden Darfur-Konflikt.

„Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, wie gewohnt einfach weiterzumachen," teilte der US-Regisseur in einer Erklärung mit. Den „unbeschreiblichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die weiter in Dafur passierenn“, müsse endlich Einhalt geboten werde. „An diesem Punkt, darf meine Zeit und Energie nicht für Olympische Zeremonien aufgewendet werden.“

Spielberg gehörte bislang zum Beraterstab des hauptverantwortlichen chinesischen Filmemachers Zhang Yimou, der die Eröffnungs –und Schlusszeremonie gestaltet. Nun reiht sich Spielberg unter die Kritiker der chinesischen Regierung. China wird beschuldigt, die Regierung in Khartum mit Waffen zu versorgen und eine wirksame UN-Erklärung zu verhindern.

Zuvor hatten der chinesische Documenta-Künstler Ai Weiwei und auch die Hollywood-Schauspielerin Mia Farrow Spielbergs Zusammenarbeit mit den Olympia-Organisatoren kritisiert. Mehrere Nobelpreisträger hatten sich ebenfalls in einem Brief gegen Chinas Sudan-Politik ausgesprochen. Der britische Thronfolger Prinz Charles hat ebenfalls angekündigt, er werde aus politischen Gründen nicht zu den Spielen nach Peking reisen.

Aber nicht nur die Außenpolitik bringt Chinas Olympia-Organisatoren zunehmend unter Druck, auch die Frage der Luftverschmutzung in Peking sorgt weiter für Schlagzeilen. Weltrekordler Haile Gebrselassie hatte Ende januar erklärt, er denke über einen Verzicht auf den Olympia-Marathon in Peking nach. Obwohl der Äthiopier ganz sicher nominiert wird, mache ihm die schlechte Luft in der chinesischen Metropole Sorgen. „Wenn die Dinge bei Olympia immer noch so sind, werde ich wohl eine andere Strecke laufen", sagte der 34-Jährige Top-Sportler.

Die britische Ausdauerspezialisten und Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe testet derzeit Atemmasken, die vor der hohen Luftverschmutzung in Peking schützen sollen. Die Masken sind allerdings im Wettkampf verboten und nur im Training erlaubt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat angesichts der mangelnden Luftqualität in der Olympia-Metropole eine zeitliche Verlegung von Wettkämpfen nicht ausgeschlossen.

Zur jüngsten Spielberg-Kritik hüllten sich die Olympiamacher in Peking erstmal in Schweigen. Auf telefonische Anfragen wurde nicht reagiert und Li Zhanjun, Chef der Presseabteilung, ließ mitteilen, man werde sich „später“ zu dem Thmea äußern.

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