ProSieben und Sat.1
Millionärswahl ins Abendprogramm verbannt

ProSieben und Sat.1 verschieben die „Millionärswahl“ ins Abendprogramm. Die „demokratische“ Show hatte nach der ersten Ausgabe heftige Kritik einstecken müssen. Sogar über eine sofortige Absetzung wurde spekuliert.
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Der erste demokratische Millionär – so verheißungsvoll hatten ProSieben und Sat.1 für ihre neue Sendung „Millionärswahl“ geworben. Doch nach der ersten Ausgabe überschlug sich die Kritik aus dem Netz, bei der zweiten Ausgabe der Show wählten die Zuschauer lieber andere Programme. Weniger als eine Million Menschen schalteten am Freitag noch ein.

Nun ziehen die Sender die Reißleine: Sie verkürzen die Staffel und zeigen lediglich zwei statt wie geplant sechs weitere Ausgaben. Auch der Sendeplatz ändert sich: Statt zur Primetime um 20.15 Uhr läuft die Wahl künftig samstags im Abendprogramm um 22.15 Uhr. Das Medienmagazin „Dwdl.de“ hatte zunächst berichtet, die Sendung würde sofort abgesetzt werden. Diese Meldung wollte ProSiebenSat.1 TV Deutschland auf Nachfrage von Handelsblatt Online nicht kommentieren.

Nach teils heftiger Kritik von Fernsehzuschauern und im Netz hatten die Privatsender ProSieben und Sat.1 die Regeln für die „Millionärswahl“ vor der zweiten Ausgabe bereits geändert. Die Zuschauer sollen nun das letzte Wort darüber haben, welcher Kandidat weiter kommt. Doch das Publikum hatte offenbar genug von der „Demokratie“: Nachdem beim ersten Mal noch 1,89 Millionen Menschen eingeschaltet hatten, kam die zweite Sendung nur noch auf 980.000 Zuschauer. Das war eine Quote von lediglich 3,2 Prozent.

In der Show soll ein „demokratisch gewählter“ Millionär gefunden werden, der nicht von einer Jury, sondern vom Fernsehpublikum per Telefon, von der Gemeinde der 27 000 Bewerber und von den jeweils sieben Kandidaten pro Ausgabe bestimmt werden soll. Nach der ersten Ausgabe am Donnerstag richtete sich der Zorn des Publikums darauf, dass trotz der Mehrheit des Publikums nicht der gewünschte Kandidat weiterkam, sondern aufgrund der komplizierten Punktevergabe ein anderer.

Jeder der teilnehmenden sieben Kandidaten hatte am Donnerstag vier Punkte zu vergeben, die er beliebig auf seine Mitspieler verteilen konnte. Bis kurz vor Schluss führte Publikumsliebling Ralf Zanders – bis die Band Gift ihre Punkte setzte. Doch sie gingen nicht an Zanders, sondern komplett an den Breakdancer Benedikt Mordstein. Am Freitagnachmittag ruderten ProSieben und Sat.1 nach heftiger Kritik zurück und änderten die Regeln. Doch offenbar zu spät: Der demokratische Millionär scheint bei den Zuschauern bereits unten durch zu sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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