Proteste gegen Gegner der Ausstellung
Verletzte bei Krawallen um Wehrmachts-Schau

Eigentlich richtete sich der Unmut der Demonstranten in Hamburg gegen einen Neonazi-Aufmarsch. Doch beworfen wurden Polizisten - die mit Wasserwerfern reagierten. Es gab Verletzte.

HB BERLIN. Bei einer Demonstration hat es in Hamburg am Samstag Krawall gegeben. Tausende Protestierten gegen einen Neonazi-Aufmarsch in der Hansestadt. Zahlreiche Demonstranten gerieten dabei mit der Polizei aneinander. 26 Sicherheitskräfte und vier Demonstranten wurden nach Polizeiangaben verletzt. Rund 220 Männer und Frauen aus der Gruppe der Protestierenden seien vorübergehend in Gewahrsam genommen und 15 weitere verhaftet worden, berichtete die Polizei weiter.

Rund 3250 Polizisten waren im Einsatz, um zu verhindern, dass Neonazis und linke Gegendemonstranten aufeinander trafen. 3500 Demonstranten eines «Antifaschistischen Bündnisses» standen rund 1200 Neonazis gegenüber, die gegen die Wehrmachtsausstellung protestierten.

Die Polizei sprach von einer «aggressiven Grundstimmung» bei den Gegnern des rechten Aufmarsches. Mehrmals seien Flaschen und Schneebälle aus der Menge auf die Polizisten geworfen worden. Die reagierten dem Bericht zufolge darauf, indem sie Schlagstöcke gegen die randalierenden Demonstranten einsetzten. Später wurden Polizisten demnach von vermummten Demonstranten mit Steinen, Flaschen, anderen harten Gegenständen sowie mit Signalmunition beworfen. Daraufhin habe der Einsatzleiter der Polizei die Versammlung aufgelöst und Wasserwerfer eingesetzt.

Danach randalierten Gruppen in Hamburg-Barmbek, richteten Schäden an Geschäften, Baustellen und öffentlichem Eigentum an und errichteten Barrikaden und zündeten diese an. Mehrere hundert Vermummte bewarfen das Polizeikommissariat mit Gullydeckeln, Verkehrszeichen und Stühlen und beschädigten einen Funkstreifenwagen, berichtete die Polizei weiter.

Die Protestaktionen fanden in unmittelbarer Nähe der Wanderausstellung «Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944» im Stadtteil Winterhude statt. Sie wurde am vergangenen Mittwoch eröffnet und geht auf eine Initiative des Leiters des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Jan Philip Reemtsma, zurück. Der Aufmarsch der Neonazis, die nach Polizeiangaben aus ganz Deutschland angereist waren, stand unter dem Motto «Reemtsma lügt - Wahrheit siegt».

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