Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Wunsiedel
Festnahmen bei Heß-Gedenkmarsch in Bayern

Rund 3800 Neonazis sind zum Todestag von Rudolf Heß im oberfränkischen Wunsiedel aufmarschiert. Mehrere Dutzend Teilnehmer wurden festgenommen. Anwohner boten ein Gegenprogramm zum Marsch.

HB BERLIN. Unter massiven Protesten sind am Samstag nach Polizeiangaben rund 3800 Neonazis zum Todestag von Rudolf Heß im oberfränkischen Wunsiedel aufmarschiert. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 110 Personen fest, davon 74 Rechtsextreme. Sie wurden festgenommen, weil sei entweder Waffen und Gas dabei hatten oder vermummt waren.

Der offizielle Beginn des Marsches wurde mit 15.30 Uhr angegeben. Wie auch schon in Vorjahren reagierten Anwohner von Wundsiedel mit einem umfangreichen Gegenprogramm auf den Aufmarsch von Neonazis und deren Sympathisanten in der oberfränkischen Stadt. Motto des Alternativprogramms: «Wunsiedel ist bunt, nicht braun.»

Bei dem Gegenprotest gelang es, mit einer Sitzblockade die Neonazis vorübergehend aufzuhalten. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 1000 Beamten im Einsatz. Zusammenstöße zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten wurden zunächst nicht gemeldet.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am Dienstag eine Beschwerde des Freistaats Bayern gegen die Zulassung des «Rudolf-Heß-Gedenkmarsches» zurückgewiesen. Heß ist in Wunsiedel begraben. Der frühere Stellvertreter Hitlers hatte sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau das Leben genommen und wird seitdem von Rechtsextremen als «Märtyrer» gefeiert.

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