Prozess unterbrochen: Zeuge des Djindjic-Mordes selbst ermordet

Prozess unterbrochen
Zeuge des Djindjic-Mordes selbst ermordet

Ein Augenzeuge des Mordes an dem serbischen Regierungschef Zoran Djindjic ist selbst ermordet worden. Kujo Krijestorac sei am 1. März in seinem Auto durch Schüsse getötet worden, bestätigte die Polizei am Dienstag in Belgrad.

HB BELGRAD. Der 52-Jährige sei wegen seiner Verstrickung in kriminelle Machenschaften und nicht wegen seiner Rolle als Augenzeuge umgebracht worden, sagte Polizeisprecherin Dragana Kajganic dem Sender B92. Seine Aussage in dem laufenden Djindjic-Mordprozess habe ohnehin keine große Bedeutung für das Verfahren gehabt.

Djindjic war am 12. März vergangenen Jahres vor seinem Amtssitz erschossen worden. Der Mordprozess ist am Dienstag in Belgrad für einen Monat bis zum 13. April unterbrochen worden, weil die Verteidiger eines Angeklagten wegen „Missachtung des Gerichts“ vom Verfahren ausgeschlossen wurden. Die neuen Anwälte müssten sich erst einarbeiten, hieß es.

Der mutmaßliche Todesschütze Zvezdan Jovanovic hatte zunächst gestanden, dann aber seine Aussagen widerrufen. Die vermuteten direkten Auftraggeber sind auf der Flucht. Über die Hintermänner, die in höchsten politischen Kreisen sitzen sollen, wird nur spekuliert. Dem westlich orientierten Djindjic sollen Pläne zum Kampf gegen die Mafia und deren Kooperation mit Spitzenpolitikern sowie seine Bereitschaft zur Auslieferung mutmaßlicher serbischer Kriegsverbrecher an das UN-Tribunal in Den Haag zum Verhängnis geworden sein.

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