Prozess vertagt
Marco bleibt in türkischer Untersuchungshaft

Der Prozess gegen den deutschen Jugendlichen, dem sexuelle Kontakte zu einer 13-Jährigen vorgeworfen werden, ist heute abermals vertagt worden. Marcos Anwälte bestreiten die Rechtmäßigkeit der fortgesetzten Untersuchungshaft.

HB ANTALYA/UELZEN. Der Prozess soll am 28. September fortgesetzt werden, teilte Marcos Anwalt Michael Nagel nach der nicht-öffentlichen Gerichtsverhandlung im türkischen Antalya am Donnerstag mit. Der Jugendliche aus Niedersachsen muss sich gegen den Vorwurf verteidigen, im Osterurlaub eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Er sitzt seit fünf Monaten in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe.

Die Anträge der Verteidigung auf eine Freilassung seien abgelehnt worden. Die Staatsanwaltschaft habe dem nicht zugestimmt, sagte Nagel. Die Richter seien offenbar noch nicht so weit in der Sache, dass sie über eine Verlängerung der Untersuchungshaft hätten entscheiden wollen, sagte Nagel gestützt auf seinen türkischen Kollegen, der Marco in der Verhandlung vertritt. „Ich halte das für grob rechtswidrig.“

Ein um mehrere Anwälte verstärktes Verteidigerteam hatte sich in Antalya vor allem um ein Ende der aus ihrer Sicht unzumutbar langen Untersuchungshaft eingesetzt.

Marcos Rechtsanwalt Matthias Waldraff sagte dem TV-Sender N24 vor Verhandlungsbeginn, eine Fortsetzung der Untersuchungshaft sei nicht bloß nach deutschem, sondern auch nach türkischem und internationalem Recht nicht gerechtfertigt. Dazu habe sein Anwaltskollege ein umfangreiches Gutachten vorbereitet.

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