Prozessauftakt im Fall Hoeneß
Nichts als die bittere Wahrheit

Überfordert, hilflos, irritiert: Der erste Prozesstag nimmt für Uli Hoeneß eine fatale Wendung. Selbst sein Anwalt mahnt: „Erzählen Sie doch keinen vom Pferd.“ Am Anfang stand ein durchaus überraschendes Geständnis.
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MünchenDie Krawatte sitzt, ergeben blickt Ulrich Hoeneß stehend in die Kameras, schwer lehnt er sich später im Stuhl zurück, die Hände hat er vor sich auf den Tisch gelegt. Zwar hat er für seinen Auftritt vor Gericht eine Erklärung vorbereitet, in der die Worte, Reue, Bedauern, Ehrlichkeit und reinen Tisch machen vorkommen.

Doch er wirkt nicht geläutert, sondern verwirrt. Das Durcheinander um ganz neue Zahlen und Summen, die Hoeneß dem deutschen Staat vorenthalten haben soll, verstärken diesen Eindruck noch. Der Mann, der dort vor dem Landgericht München II auf der Anklagebank sitzt, ist ganz offensichtlich nicht Herr der Lage.

Jetzt sind es plötzlich 18,5 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern. Das bemerkte Hoeneß-Anwalt Hanns Feigen während der Befragung des Angeklagten durch den Vorsitzenden Richter und den Staatsanwalt wie nebenher, als sei es eine Petitesse, auf die man später noch zurückkommen werde.

Aus Hoeneß‘ Umfeld verlautet in einer Verhandlungspause, die nun zusätzlichen 15 Millionen Euro hinterzogener Steuern gingen aus Unterlagen hervor, die erst in der vergangenen Woche durch die Hoeneß-Anwälte bei Gericht abgegeben worden seien. Die Summe lasse sich aus der Selbstanzeige vom 17. Januar 2013 errechnen, sei aber nicht Teil der Anklage. Hoeneß gestehe sie ein und werde sie zahlen.

Hoeneß, 62, ist in dem am Montag angelaufenen Prozess vor der 5. Strafkammer am Landgericht München II angeklagt, in den Jahren 2003 bis 2009 in seinen Steuerklärungen dem Finanzamt Miesbach seine beiden Konten bei der Bank Vontobel in der Schweiz vorenthalten zu haben und die dort angefallenen Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne aus Spekulationsgeschäften und weiteren Kapitalanlagen verschwiegen zu haben.

Insgesamt hat er damit laut Anklageschrift rund 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Die geleistete Selbstanzeige, deren rechtliche Würdigung umstritten ist, erwähnt Staatsanwalt Achim von Engel mit keinem Wort. Seine einzige Frage an den Angeklagten: „Warum erst jetzt?“

Warum haben der Angeklagte, seine Berater und die Bank Vontobel erst vor wenigen Tagen die Unterlagen vollständig vorgelegt, die die Finanzbehörden und den Staatsanwalt seit über einem Jahr interessieren? Das möchte auch der Vorsitzende Richter Rupert Heindl wissen.

Kommentare zu " Prozessauftakt im Fall Hoeneß: Nichts als die bittere Wahrheit"

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  • Meine Prognose : Es wird einen Deal geben , wenn er nicht schon ausgehandelt ist . Weil das deutsche Steuerrecht so kompliziert ist , dass in schwierigen Fällen , eine korrekte Steuererklärung unmöglich ist . Und wenn das so ist ? ... kann eine Steuererklärung nie korrekt und folgerichtig , auch nicht strafbar sein ! Dazu darf es aber nicht zu einem Urteil kommen ! Also wird es einen Deal geben !

  • keine sorge das ..in amigo.... Haben Sie eine ahnung woher das wort amigo kommt?

  • 18 MIO Euro !!!!
    Wenn Hoeness nicht in den Knast geht habe ich jedes Vertrauen in Recht und Gesetz verloren. Die Richter und Staatsanwälte würden sich lächerlich und unglaubwürdig machen. Die Gesetze müssen für ALLE Bürger gelten. Auch fuer Herrn Hoeness. Hier kann es nur eine Entscheidung geben - KNAST und für die Strafe 18 MIO gerade stehen.

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