Prozessbeginn in Stade
Angeklagter gesteht Mord an Levke und Felix

Nachdem ihm von der Staatsanwaltschaft der Mord an den beiden achtjährigen Kindern vorgewurfen wurde, hat der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht in Stade ausgesagt, von Levke und Felix sexuell missbraucht und getötet zu haben.

HB STADE. „Die Anklagevorwürfe werden voll umfänglich eingeräumt“, sagte Marc H.s Verteidiger Jost Ferlings am Montag vor Gericht. Die Erklärung solle das Gericht „in den Stand versetzen, nicht bis in das letzte Detail die Sache erörtern zu müssen“, sagte Ferlings. Der 31-jährige Angeklagte stehe „mit Entsetzen“ zu den ihm vorgeworfenen Taten. Er sei nicht nur bereit, „sondern bittet in jeder erdenklichen Art und Weise, psychologisch behandelt zu werden“, sagte Ferlings. Weitere Erklärungen werde Marc H. nicht abgeben.

Zuvor hatte ihm Staatsanwältin Anja Demke bei der Verlesung der Anklage die Tötung beider Kinder vorgeworfen. Levke aus Cuxhaven habe er am 6. Mai 2004 unter dem Vorwand, ihrer Mutter sei etwas zugestoßen, in sein Auto gelockt. Dann habe er sie gezwungen, sich zu entkleiden, ihn oral zu stimulieren und versucht, sie zu vergewaltigen. Danach habe er ihr auf dem Rücksitz des Autos einen Kabelbinder um den Hals gelegt, ruckartig daran gezogen und ihr Mund und Nase zugehalten, bis sie starb. Ein Pilzsammler fand die Leiche Levkes Ende August in einem Wald bei Attendorn im Sauerland in Nordrhein-Westfalen.

Ende Oktober 2004 lockte der Angeklagte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Felix aus dem niedersächsischen Neu Ebersdorf in sein Auto. H. habe sich an dem Junge in ähnlicher Weise wie bei Levke vergangen. Danach habe er den Jungen mit bloßen Händen erwürgt. Diese Tat hatte H. kurz nach seiner Inhaftierung im Dezember überraschend seinem Verteidiger gestanden und Hinweise auf das Versteck der Leiche gegeben. Taucher fanden daraufhin den Jungen - in Bettlaken und Müllbeutel eingewickelt und mit Steinen beschwert - am Fuß einer Brücke im Fluss Geeste bei Bremerhaven.

Während der Verhandlung hielt der Angeklagte seinen Kopf gesenkt und beantwortete die Frage des Richters, ob die von seinem Anwalt verlesene Erklärung so von im stamme, lediglich mit einem Nicken. Marc H. saß ohne Handschellen auf der Anklagebank. Eine gläserne Wand trennte ihn von den Zuschauern. H. ist nach einem vorläufigen Gutachten voll schuldfähig. Ihm droht lebenslange Haft. Die Eltern von Levke treten in dem Prozess als Nebenkläger auf. Sie folgten dem Prozess ruhig und hielten die Hände auf dem Schoß gefaltet. Die Mutter von Felix tritt ebenfalls als Nebenklägerin auf, ließ sich aber von einem Anwalt vertreten.

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