Prüfbericht zum Limburger Skandal
Tebartz-van Elst kannte alle Kosten

Seine Wünsche, seine Lügen, seine Verschleierungstaktiken: Der Prüfbericht zur Kostenexplosion im Bistum Limburg kommt zu einem klaren Fazit. Er zeigt, wann und an welcher Stelle Tebartz-van Elst gelogen haben soll.
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Er kannte die Kosten, er verschleierte, schwieg, log und lavierte um die Wahrheit herum: Der Prüfbericht, den die Bischofskonferenz am Mittwoch veröffentlicht hat, findet deutliche Worte für das Verhalten des Ex-Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Demnach hat der damalige Bischof für sein Bauprojekt auf dem Domberg systematisch immer wieder zu niedrige Kosten angegeben, Kontrollen verhindert und kirchliche Vorschriften umgangen. „Dem geltenden Recht wurde in zahlreichen Fällen nicht Rechnung getragen", heißt es im Fazit des 108 Seiten starken Berichts, den die Kommission seit Oktober erarbeitet hat.

Die Prüfer kommen für die Bischofskonferenz darin zu dem Schluss, dass Tebartz-van Elst stets über die tatsächlichen Kosten informiert gewesen sei. Tebartz-Van Elst habe dagegen in einem Schreiben behauptet: „Auf finanzielle Konsequenzen sei er nicht hingewiesen worden und habe diese als Laie (...) auch nicht selbst überschlagen. In allen Bereichen des Baus einschließlich der Gestaltung des Innenhofes mit dem Fischteich sei er von verantwortlicher Seite nicht auf Kostenauswirkungen hingewiesen worden.“ Zudem habe er lediglich „Vorstellungen und aus seiner Sicht naheliegende Wünsche“ für das Bauprojekt geäußert.

Die Ausgestaltung des Bauprojekts geht laut Bericht „vorwiegend auf Wünsche und Aufträge des Bischofs“ zurück. Wie detailliert Tebartz-van Elst über die jeweiligen Kosten informiert war, lasse sich „wegen widersprüchlicher Angaben anderer Beteiligter nicht bis ins Letzte klären“, heißt es in dem Bericht. Auch scheinen letztlich die Verantwortlichen versucht zu haben, sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben: „Der Generalvikar selbst gibt zu Protokoll, den Bischof regelmäßig über die finanziellen Verhältnisse informiert zu haben, diesen habe aber die Herkunft der Mittel für seine Projekte nicht interessiert.“

Auch geht aus dem Bericht hervor, dass die Mittel zur Finanzierung des Projektes – Rücklagen aus Kirchensteuermitteln von zwei Millionen Euro beim Bischöflichen Ordinariat – schon zu Beginn der Planung „erkennbar zu niedrig angesetzt“ worden seien. Doch der Fehler sei nicht korrigiert worden.

Auch auf Seiten der Stadt Limburg hatte es Widerstand gegen das ausufernde Bauprojekt mit den Sonderwünschen des Bischofs gegeben. Aus dem Bericht geht hervor: „Wegen zusätzlicher Wünsche des Bischofs, auf die dieser keinesfalls verzichten möchte, ist die städtische Bauaufsicht anschließend nicht mehr bereit, die in Aussicht gestellte Baugenehmigung aufrechtzuerhalten.“

Kommentare zu " Prüfbericht zum Limburger Skandal: Tebartz-van Elst kannte alle Kosten"

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  • So ein Schmarren! Nicht einmal ein Ingenieur, der als Projektentwickler und Projektleiter Bauvorhaben dieser Größenordnung entwickelt, gestaltet und steuert kennt ALLE Kosten! Und da soll so ein armer Gottesmann, der nicht einmal weiß, wie viele Kostenstellen so ein Bauvorhaben hat, das erschwerenderweise noch im Bestand realisiert wurde. Hier zu behaupten, dass er ALLE Kosten kannte, zeugt von intellektueller Unredlichkeit und baufachlicher Ahnungslosigkeit!

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