Pumpen-Test
In Fukushima sind die Lichter an

Es gibt wieder Licht im Kontrollraum des havarierten Kernkraftwerks Fukshima. Nun wird ein Test der Kühlpumpen vorbereitet - währenddessen sind radioaktive Isotope in Tokios Wasser entdeckt worden.
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TokioEine Normalisierung der Lage am havarierten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi erscheint wahrscheinlicher. Der Fernsehsender NHK berichtet am Mittwochmittag, dass sich die Bedienmannschaft für einen Test von Kühlwasserpumpen in Block drei der Anlage bereit macht. Block drei gilt als besonders gefährlich, weil hier Mischoxid-Brennelemente mit Plutoniumanteil zum Einsatz kommen. Bei einer Freisetzung droht eine besonders starke Belastung von Mensch und Umwelt.

Zuvor hatte der TV-Sender Bilder aus dem Inneren Reaktor-Kontrollraums gezeigt, in dem nach anderthalb Wochen erstmals wieder die Lichter angingen. Als nächstes sollen die Pumpen für den Wasserkreislauf an den Abklingbecken der Blöcke drei und vier angeschlossen werden. Danach ist die Kühlung für den eigentlichen Reaktor an der Reihe.

Noch ist jedoch unklar, ob die Pumpen überhaupt funktionieren. Die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power (Tepco) prüft daher neben der Reparatur die Möglichkeit, einzelne Einheiten komplett durch ähnliche Pumpen aus Schwesteranlagen zu ersetzen. "Damit sind wir noch nicht über den Berg, aber die Richtung stimmt", teilte ein Sprecher des Amtes für Reaktoraufsicht mit. Derzeit arbeiten Techniker an einer genauen Prüfung des Zustands der Pumpen.

Im Leitungswasser der japanischen Hauptstadt Tokio hat die zuständige Überwachungsbehörde unzulässig erhöhte Mengen von radioaktiven Isotopen entdeckt. Im Stadteil Kanamachi traten erhöhte Strahlenwerte auf. Es steht praktisch außer Frage, dass dieser Anstieg auf die Freisetzung von Kernbrennstoff aus dem weitgehend zerstörten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi nördlich von Tokio zurückgeht.

Zuvor waren bereits in der Stadt Fukushima erhöhte Werte abgelesen worden. Die Isotope gelangen vermutlich in die Umwelt, weil die Rettungsmannschaften seit zwölf Tagen immer wieder Dampf aus den inneren Kreisläufen der Katastrophenreaktoren ablassen müssen. Sie setzen sich dann als Staub oder mit dem Regen auf der Erde, auf Blättern und Gemüse ab. Versickert das Wasser, kann es auch Trinkwasserquellen erreichen. Japan ist besonders stolz auf die hervorragende Qualität seines Wassers und seine generell besonders hohe Lebensmittelsicherheit. So sind gentechnisch hergestellt Produkte dort durchweg verboten. Die radioaktive Kontamination wird die Verbraucher nun voraussichtlich stark verunsichern.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Die Reparatur der Infrastruktur im japanischen Erdbebengebiet kommt voran. Heute Mittag (Ortszeit) hat ein erster Tankzug mit Benzin und Heizöl den Bahnhof Morioka erreicht, der am Rande der zerstörten Landstriche liegt. Wegen kalten Wetters fehlt den Menschen dort derzeit vor allem Brennstoff. Der Benzin- und Dieselmangel behindert wiederum Hilfstransporte und Aufräumarbeiten. 

Auch ein erster Hochgeschwindigkeitszug ist heute wieder in den Bahnhof Morioake eingefahren, nachdem Eisenbahnarbeiter die Reparatur der Schienenstränge am morgen abgeschlossen haben. Die Züge kommen nicht direkt aus dem wirtschaftlich bedeutenderen Süden Japans, sondern müssen einen Umweg an der Westküste entlang nehmen. Sie stoßen dann von Norden her ins Katastrophengebiet hinein.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

Kommentare zu " Pumpen-Test: In Fukushima sind die Lichter an"

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  • Das ist ja nun eine echte Jubelmeldung die es wert ist zu berichten. Es wird alles gut.
    Situation normal.

    http://www.youtube.com/watch?v=nj_DnV0Q7P0&feature=player_embedded

    In einer sich schnell aendernden Welt bleibt wenigstens eines beim Alten: Die Propaganda in den gleichgeschalteten Massenmedien.

  • Die "Normalisierung der Lage" in einem "weitgehend zerstörten Kernkraftwerk" erscheint nun also wahrscheinlicher ...

    Das muß man sich mal vorstellen ...

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