Puppen-Zensur zum Karnevalstart in Rio
Viel nackte Haut in Rio schürt Diskussion um "gute Sitten"

Der Auftakt der weltberühmten zweitägigen Karnevalparade am Montag in Rio de Janeiro hätte kaumt bunter sein können. Es gab aber auch Wermutstropfen: Die Justiz verbot den Auftritt von drei Allegoriewagen.

HB RIO DE JANEIRO. Viel nackte Haut und eine heftige Diskussion um Zensur und „gute Sitten“: Der Auftakt der weltberühmten zweitägigen Karnevalparade am Montag in Rio de Janeiro hätte bunter nicht sein können. Anders als im Vorjahr war blanker Busen wieder ein Markenzeichen der „größten Party der Welt“ in Brasilien. Einige Frauen waren sogar nur mit Farbe „bekleidet“. „Das war trotz Nieselregens Ausgelassenheit pur“, jubelte die Zeitung „Jornal do Brasil“.

Kaum jemand brachte den Geist der „tollen Tage“ in Brasilien besser zum Ausdruck als die 84-jährige Dodó: „Ich werde tanzen und defilieren bis ich sterbe. Karneval ist ein Nationalfest und lässt uns unsere Sorge vergessen.“ Die schwarze Putzfrau hatte als „Trommelschlagchefin“ der Karnevalsgruppe „Portela“ gerade den ersten Umzugstag nach Tagesanbruch abgeschlossen. Hunderte von Zuschauern schliefen unterdessen ihren Rausch auf den Tribünen des vor 20 Jahren von Stararchitekt Oscar Niemeyer gebauten Sambastadions „Sambodromo“ aus.

Die Parade verfolgten 70 000 im Sambastadion und Millionen vor TV- Schirmen zu Hause, in Kneipen und Vereinen. Die Straßen Rios und anderer Städte waren leergefegt. Zu heißen Rhythmen und mit sehr viel Farbe, Kreativität und tollen Allegoriewagen zeigten die ersten 7 von 14 Samba-Schulen ihr Können. Jede Schule präsentierte sich mit bis zu 5 000 Mitgliedern - darunter vorwiegend Slumbewohner, aber auch Sport- und Show-Stars, Politiker und Touristen wie Chemienobelpreisträger Roald Hoffmann - knapp eineinhalb Stunden lang. Die prächtigen Kostüme sind bis zu 20 000 Euro teuer und bis zu 25 Kilogramm schwer.

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