Puritanische Gesetzen haben ihren Ursprung zum Teil im 17. Jahrhundert
Flut von Moralgesetzen nervt Amerikaner

Mit Flirtverbot und Sekundenküssen soll in Amerika der Anstand wieder einkehren. Die Ver- und Gebote nehmen dabei absurde Ausmaße an.

HB WASHINGTON. Wer weiblich ist und im US-Bundesstaat Kentucky lebt, sollte sich nicht im Badeanzug auf der Autobahn zeigen, es sei denn in Begleitung von zwei Polizisten oder bewaffnet mit einem Knüppel. In Quitman (Georgia) ist es illegal, Schaufensterpuppen umzukleiden, wenn die Jalousien nicht zugezogen sind. Valentinstag hin oder her: In Halethorpe (Maryland) ist das Küssen auf eine Sekunde begrenzt. Das sind nur einige wenige von hunderten bizarrer Gesetze oder örtlichen Verordnungen zur öffentlichen Moral, die es in den USA einst gab oder immer noch gibt.

Haben viele ihren Ursprung im puritanischen Neuengland des 17. Jahrhunderts, wurden sie im Laufe der Zeit abgeschafft oder schlichtweg vergessen. Das heißt, sie bestehen noch auf dem Papier, aber werden schon längst nicht mehr angewendet. Experten, die sich um eine Auflistung der alten Gesetze bemüht haben, weisen selbst darauf hin, dass sich deren Existenz in vielen Fällen nicht verifizieren lässt.

Darüber zu schmunzeln fällt sicher schwer, wenn man in Little Rock (Arkansas) lebt und beim Flirten auf offener Straße erwischt wird. Das kann nämlich mit 30 Tagen Haft geahndet werden. Schlecht geht es Frauen in St. Louis (Missouri), wenn es brennt: Die Feuerwehr darf sie nur retten, wenn sie nur mit einem Nachthemd bekleidet sind. In Portland (Ohio) stehen Lackschuhe für die Damen auf der „No-No-Liste“: Es könnte sich ja darin die Unterwäsche widerspiegeln. Und um beim Thema zu bleiben: Auto waschen, gerne, so heißt es in San Francisco (Kalifornien). Aber bitte nicht mit benutzten Unterhosen als Putzlappen.

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