Putins Sanktionen Reiche Russen müssen Verzicht lernen

Nobelrestaurants in Moskau sind in Sorge. Wegen der Sanktionen können sie ihren verwöhnten Kunden bald viele erlesene Speisen nicht mehr anbieten. Stattdessen kommt wohl Hausmannskost auf den Tisch.
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Wie das Importverbot die Russland-Anrainer trifft

MoskauReiche Russen müssen auf einige ihrer Lieblingsgerichte wie australische Steaks oder Sushi mit norwegischem Lachs verzichten. Russland hat verfügt, dass die Einfuhr von Fleisch, Fisch, Gemüse, Käse und anderen Milchprodukten aus den USA, der Europäischen Union, Norwegen, Kanada und Australien gestoppt wird. Doch durch russische Produkte können sie kaum ersetzt werden.

„Wir werden von Rindfleisch aus den USA und Australien nach Brasilien und Argentinien ausweichen müssen, die allerdings kein marmoriertes Rindfleisch produzieren“, sagt Sergei Mironow, der Leiter von RestConsult, Berater und Besitzer mehrerer Restaurants in Moskau. „Wie wir ohne Parmesan, Philadelphia oder Mascarpone auskommen sollen, die wir für Tiramisu, Käsekuchen und Sushi benötigen, weiß ich nicht.“

Im vergangenen Jahr importierte Russland Nahrungsmittel und Agrarprodukte im Wert von 43 Milliarden Dollar, wie aus Regierungsangaben hervorgeht. Auf die Produkte der Verbotsliste entfielen davon etwa 25 Milliarden Dollar, erklärte Capital Economics. Einige Produkte, die schwer zu ersetzen sind – wie spanischer Schinken, italienischer Parmesan-Käse oder sonnengetrocknete Tomaten - könnten ganz von der Speisekarte verschwinden oder sehr rar werden.

Zudem müssen nun örtliche Anbieter gefunden werden, um die Wurst aus der EU zu ersetzen. Viele Fleischkonzerne in Russland sind von EU-Importen abhängig, da die Viehwirtschaft in dem Land nicht weit entwickelt ist.

Blini statt Filetsteak
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6 Kommentare zu "Putins Sanktionen: Reiche Russen müssen Verzicht lernen"

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  • »Russland produziert nicht genug hochwertiges Schweinefleisch«

    Aber unser hochsubventioniertes Schweinefleisch ist hochwertig – ich fasse es nicht.
    Putin spricht eben die Sprache Russlands, während die Kakophonie des Westens kaum noch erträglich ist. Wo ist eigentlich Mutti? Lange nichts mehr gehört ♢.

  • Mich ärgert auch die reißerische tendezöse Berichterstattung, auch im Handelsblatt, leider...
    Der Mittelstand leidet, die Export-Industrie z.B. hochwertige Autos wird geopfert für diese völlig überflüssige und dumme Sanktionen der EU...
    Wer greift endlich mal die Merkel an, die dem großen Bruder USA als Vassalle hinterhertrottet und eben nicht"Schaden vom deutschen Volk fernhält" wie das ihre Aufgabe wäre...
    Völlig richtig:
    In die Lücke werden dauerhaft andere springen, auch der große Bruder USA, der der Merkel dann eine lange Nase macht...
    Was ist mit dem Grund der Sanktionen...u.A. Beweise für den Abschuß der MH17...?
    Seit Wochen warten wir auf Ergebnisse der Black Box und die Deutsch- Presse duckt sich weg und stellt keine Fragen!!!
    Seit wann haben Sie Mitleid mit den Reichen und Oligaren in Rußland??? Die bekommen immer was sie wollen...
    Oder habe ich etwas verpasst?

  • "Heute morgen habe ich festgestellt, man kann sogar mit kleinem Geldbeutel die inländischen Tomaten bezahlen. Die Preise sind gesunken."

    Ich vermute, dass das saisonal begründet sein könnte. Um dieser Jahreszeit sind Tomaten sowieso zahlreich und günstig.

  • Der HB-Artikel ist ja auch als April-Scherz gedacht.

    Gerade die reichen Russen bekomme ALLES, was sie haben wollen. Das ist bei uns so und das ist überall auf der Welt so.

    Warum sind diese Menschen denn reich, wenn sie nicht einmal das klaufen können, was sie wollen. Und wenn der Lachs nicht aus Norwegen kommt, kommt er eben aus Latain-Amerika.

  • Ich habe noch keinen Reichen Menschen erlebt, der auf irgendetwas verzichten musste. Selbst in der sozialistischen DDR konnten treue und hochrangige (=Reich/Mächtig) Staatsbedienstete (Systemfanatiker) ALLES bekommen.

  • yapp, der Russe mss evtl. etwas mehr bezahlen, aber er kann ausweichen. Aber die EU bleibt auf ihren (übersubventionierten) Lebensmitteln sitzen
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Gibt es auch Sanktionsgewinner?

    Doch während die beiden Kontrahenten schwere Nachteile erleiden, gibt es auch Gewinner. Russland selbst versorgt sich künftig stärker in den Schwellenländern, die bei den Sanktionsspielchen der EU und USA nicht mitmachen wollen.

    Der Handel mit China wurde intensiviert, die Türkei (immerhin NATO-Mitglied!) will künftig mehr Obst und Gemüse liefern, aus Südamerika kommt Fleisch, auch Indien verstärkt seine Handels-Beziehungen mit Russland.

    Der EU ist diese Entwicklung ein Dorn im Auge, weil die eigenen Sanktionen damit teilweise ins Leere laufen. Die EU-Kommission warnte deshalb: Wenn andere Länder jetzt die EU-Exporte nach Russland ersetzten, so sei das von einem politischen Standpunkt aus schwer zu rechtfertigen." Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus aber offenbar nicht.

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