Rache für Mietprozess - Geständnis
Dreifachmord von Overath ist aufgeklärt

Ein 45 Jahre alter Ex-Söldner aus der rechten Szene soll nach Aussage seiner Freundin den Anwalt, seine Frau und deren älteste Tochter aus Rache für eingetriebene Mietrückstände erschossen haben. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Köln mit.

HB KÖLN/OVERATH. Der Beschuldigte verweigerte die Aussage, seine 19 Jahre alte Freundin legte aber ein umfassendes Geständnis ab. Die Staatsanwaltschaft ging von einem „heimtückischen“ gemeinschaftlichen Mord in drei Fällen aus. Nach Erkenntnissen der Polizei ging es um 10 000 Euro Miete, die der Anwalt im Auftrag eines Mandanten eingeklagt hatte. Nach Aussage der Freundin waren beide am Dienstag vergangener Woche zu der Kanzlei gefahren, wo sie vorgaben, einen Termin mit dem Rechtsanwalt zu haben. In dem Büro habe der Ex-Söldner dann mit den Worten „Sie sehen ja, was das für ein Termin ist“ ein Schrotgewehr aus seiner Sporttasche gezogen und die 53-jährige Ehefrau des Anwalts erschossen.

Die 19-jährige Freundin fesselte ihrer eigenen Aussage zufolge anschließend die 26 Jahre alte Anwaltstochter, die mit ihrem Vater zusammen auf dem Boden lag. Kurz darauf habe der 45-Jährige beide Opfer erschossen. Er habe seine Brutalität aus Söldner-Zeiten eingesetzt, sagte Kriminalgruppenleiter Tobias Clauer.

Die 19-Jährige wirkte nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Mittäterin: Sie habe, „ohne sich groß Gedanken zu machen“, alles getan, was ihr Freund ihr befohlen habe, sagte Oberstaatsanwalt Hans Bernhard Jansen. Die Opfer seien aus besonders niedrigen Beweggründen, heimtückisch und ohne Möglichkeit der Gegenwehr getötet worden. Der 45-Jährige habe einen „irrsinnigen Zorn gegen den Anwalt“ gehabt - eine „innere Gesinnung, die auf der tiefsten Stufe des menschlichen Lebens anzusiedeln ist“, sagte Jansen.

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