Radioaktivität
Tokio geht das Mineralwasser aus

Nach der Warnung vor einer radioaktiven Belastung des Leitungswassers gibt es in Tokio fast kein abgefülltes Wasser mehr zu kaufen. Und nun ist auch das Wasser in einer Nachbarregion der japanischen Hauptstadt belastet.
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DüsseldorfNach der Warnung vor radioaktivem Jod im Leitungswasser der japanischen Hauptstadt Tokio gibt es in den Geschäften kaum noch abgefülltes Wasser in Flaschen. Viele Bewohner der Hauptstadt versuchten daraufhin, in Online-Shops Wasser zu bestellen. Das verfügbare Angebot reiche aber nicht für alle aus, berichtete am Donnerstag der Fernsehsender NHK. Die Behörden ordneten am Mittwoch an, dass Babys in 23 Stadtteilen von Tokio sowie in fünf weiteren Städten kein Leitungswasser mehr trinken sollten.

Auch in einer Nachbarregion zu Tokio ist das Trinkwasser verstrahlt. In einer Wasseraufbereitungsanlage in Kawaguchi seien erhöhte Werte festgestellt worden, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Demnach überschreitet die Strahlung mit 120 Becquerel an radioaktivem Jod leicht die für Säuglinge erlassenen Grenzwerte.

Inzwischen soll sich die Lage zumindest in Tokio langsam wieder normalisiert haben. In der japanischen Hauptstadt Tokio ist die Belastung des Leitungswassers mit radioaktivem Jod wieder unter den für Säuglinge festgelegten Grenzwert gesunken. Dies meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Am Vortag hatten die Behörden deutlich erhöhte Werte registriert und daraufhin empfohlen, Kinder unter zwölf Monaten kein Leitungswasser trinken zu lassen.

Bei Messungen in einer zentralen Wasseraufbereitungsanlage der Hauptstadt waren am Mittwoch erhöhte Werte an radioaktivem Jod 131 festgestellt worden. Der Höchstwert betrug 210 Becquerel pro Liter. Der Grenzwert des japanischen Gesundheitsministeriums für Babynahrung liegt bei 100 Becquerel pro Liter. Die Behörden ordneten deshalb an, dass Babys in 23 Stadtteilen Tokios sowie in fünf weiteren Städten kein Leitungswasser mehr trinken dürfen.

Die Stadtverwaltung von Tokio kündigte indes an, abgefülltes Wasser für Familien mit Kindern unter zwölf Monaten bereitzustellen. Rund 80.000 Haushalte sollen mit Wasser in 3,5 Liter-Flaschen versorgt werden, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Stadtverwaltung rief Mineralwasser-Abfüllunternehmen dazu auf, ihre Produktion hochzufahren.

In der weiteren Umgebung des havarierten Atomkraftwerks Fukushima wurde am Donnerstag eine leicht erhöhte Strahlung festgestellt. In der 75 Kilometer nordwestlich gelegenen Stadt Fukushima wurde ein Wert von 5,43 Mikrosievert pro Stunde gemessen, wie der Fernsehsender NHK berichtete. In Minamisoma, rund 30 Kilometer nördlich des Kraftwerks, waren es 1,42 Mikrosievert und in Iwaki, 50 Kilometer südlich, wurden 1,68 Mikrosievert registriert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ist eine Haftpflicht für AKWs nicht finanzierbar? Dann abschalten!
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/23/ist-eine-haftpflicht-fur-akws-nicht-finanzierbar-dann-abschalten/

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