Raubüberfall bei Cartier
Juwelen-Diebe ergeben sich nach Geiselnahme

Spektakulärer Juwelenraub in Paris: Zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Männer haben ein Schmuckgeschäft überfallen. Nach einer zweistündigen Verfolgungsjagd verschanzten sie sich in einem Friseursalon. Dann gaben sie auf.
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ParisEin spektakulärer Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft der Luxusmarke Cartier gefolgt von einer Geiselnahme ist in Paris unblutig zu Ende gegangen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch die Innenstadt ergaben sich die mit einer Kalaschnikow bewaffneten Täter am Dienstagabend der Polizei, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Obwohl die Räuber bei ihrer Flucht um sich schossen, wurden keine Passanten verletzt.

Die beiden 23 und 30 Jahre alten Männer drangen nach Angaben der Polizei am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr in das Juweliergeschäft in der Nähe des Prachtboulevards Champs-Elysées ein. „Sie haben alle Juwelen und Uhren mit Diamanten mitgenommen“, berichtete die 34-jährige Bénédicte, die zum Zeitpunkt des Überfalls in dem Luxusgeschäft war. Kunden und Angestellte hätten sich hinlegen müssen. Dann habe die Geschäftsführerin die Vitrinen öffnen müssen. Als sie die Polizeisirenen hörten, seien die Täter, die wenig „professionell“ gewirkt hätten, überstürzt geflüchtet.

Die Geschäftsführerin nahmen die Räuber laut Polizei zunächst als „Schutzschild“ mit nach draußen. Auf einem großen Motorroller flüchteten die Täter anschließend und schossen dabei um sich. Die Polizei verzichtete nach eigenen Angaben darauf, auf die Flüchtenden zu schießen, um Passanten nicht zu gefährden. Ein Polizist wurde durch Geschosssplitter leicht verletzt.

Nach einer Verfolgungsjagd quer durch das Zentrum von Paris stürzten die Räuber dann im 15. Arrondissement mit ihrem Motorroller, wobei einer von ihnen leicht am Arm verletzt wurde. Zu Fuß flüchteten sie weiter und verschanzten sich in einem Friseursalon, wo sie den Inhaber als Geisel nahmen. Angesichts eines riesigen Polizeiaufgebots, unterstützt durch einen Hubschrauber, gaben die Täter aber schnell auf.

„Sie haben sich recht schnell bereit erklärt, die Geisel gehen zu lassen“, berichtete der Staatsanwalt von Paris, François Molins. Anschließend seien die Täter mit „erhobenen Händen“ aus dem Laden gekommen und hätten sich ergeben. Demnach hatten sie eine Kalaschnikow und eine Neun-Millimeter-Pistole bei sich.

Die Beute wurde in dem Friseursalon gefunden. „Das war viel Geld und Schmuck, der gut ausgewählt worden war“, sagte Molins, ohne eine Summe zu nennen. Die beiden Täter wurden in Polizeigewahrsam genommen. Sie sind bereits wegen Diebstählen mit Gewaltanwendung bei der Polizei bekannt.

Der kurzzeitig als Geisel genommene Friseur berichtete, er habe anfangs wegen der Waffen gedacht, die beiden Räuber seien Polizisten. Dann habe er sich gedacht: „Scheibenkleister! Der Typ da hat eine Perücke auf, das muss ein Irrer sein.“

Er habe den beiden gesagt, er werde im Dezember 65 Jahre alt und wolle dann in Rente gehen und „nicht mit einer Kugel im Kopf enden“. Darauf hätten sie gesagt: „Klappe, alter Blödmann.“ Solch ein Vokabular habe er sich verbeten, später hätten sie ihn „Opa“ genannt. Am Ende habe einer von beiden gesagt: „Wir geben auf.“ Und er habe sie darin mit den Worten bestärkt: „Hier gibt es keinen Ausweg.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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