Razzia im Großraum Hamburg
Menschenhändlerring gesprengt

Polizei und Bundesgrenzschutz haben bei einer groß angelegten Razzia gegen einen Menschenhändlerring in Norddeutschland in der Nacht zum Dienstag elf Verdächtige festgenommen.

HB HAMBURG. Der Polizei ist bei einer groß angelegten Razzia in Norddeutschland in der Nacht zu Dienstag ein Ermittlungserfolg gegen eine Bande von Menschenhändlern gelungen. Wie die Polizei mitteilte, sollen die Verdächtigen überwiegend aus Osteuropa stammende Frauen nach Norddeutschland geschleust und dort in mehreren Bordellen zur Prostitution gezwungen haben. Sieben Verdächtige seien festgenommen worden.

Gegen drei weitere Männer - einen aus der Türkei stammenden Deutschen, einen Türken und einen Iraner - habe das Amtsgericht Hamburg noch in der Nacht Haftbefehl erlassen, hieß es. Drei vorübergehend Festgenommene seien nach der Vernehmung wieder auf freiem Fuß. Insgesamt wurden bei der Razzia den Angaben zufolge drei Bordelle und mehrere Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen durchsucht.

Die Frauen wurden den Angaben zufolge in den Bordellen regelrecht ausgebeutet. So sei ihnen von ihrem Lohn nur ein kleiner Teil gelassen worden, mit dem sie allerdings noch Miete, Essen und Fahrgeld hätten bezahlen müssen, teilte die Polizei mit. Die Miete hätten wiederum die Tatverdächtigen kassiert, da diese die Wohnungen zur Verfügung gestellt hätten. Einem Mitglied der Bande werde zudem vorgeworfen, den Prostituierten Kokain geliefert zu haben. Die Vorwürfe gegen die Verdächtigen reichen deshalb von banden- und gewerbsmäßigem Einschleusen von Ausländern, schwerem Menschenhandel, Zuhälterei bis hin zu gewerbsmäßigem Handel mit Rauschgift und Eingehen einer Scheinehe. Eine 23-Jährige soll eine Scheinehe eingegangen sein, um so einem Türken einen legalen Aufenthalt zu ermöglichen.

Die Polizei ermittelte den Angaben zufolge seit Juni gegen insgesamt neun Männer im Alter zwischen 26 und 69 Jahren sowie zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 23 Jahren. In dem Ermittlungszeitraum seien 30 Frauen aus Osteuropa eingeschleust worden, sagte eine Polizeisprecherin.

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