Reaktion auf niedrige Geburtenrate: Spielebranche entdeckt Ältere

Reaktion auf niedrige Geburtenrate
Spielebranche entdeckt Ältere

Immer weniger Kinder, immer mehr Rentner: Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland trifft die Spielwarenindustrie ins Mark. Doch jetzt reagieren die Hersteller. Die Unternehmen bringen zunehmend Spiele auf den Markt, die speziell ältere Menschen ansprechen.

NÜRNBERG. „Weil es immer weniger Kinder gibt ist es geradezu logisch, sich neuen Zielgruppen zu widmen“, sagt Karsten Schmidt, der Chef des Spieleverlags Ravensburger. Das schwäbische Familienunternehmen hat sich zwei Jahre lang intensiv mit dem Thema der Senioren-Spiele befasst. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg stellt Ravensburger jetzt die ersten fünf Produkte für die Generation jenseits der 50 vor.

„Die Zielgruppe ist hoch interessant“, sagt der Marktforscher Christoph Blum. „Ältere Menschen wollen gute, qualitativ hochwertige Produkte. Das hilft vor allem den deutschen Markenanbietern.“ Doch den Trend hat auch die ausländische Konkurrenz erkannt. Längst entwickeln auch die Hersteller aus Fernost Spiele für die Älteren.

„In Hongkong liegt die Geburtenrate bei unter einem Kind pro Familie. Deshalb ist das Thema Senioren für unsere Spielzeugfirmen sehr wichtig“, sagt Winchell Cheung von der Wirtschaftsförderung der chinesischen Millionenstadt. Unternehmen aus Hongkong gehören weltweit zu den größten Spielwarenanbietern.

Wie groß der wirtschaftliche Druck auf die Branche ist, zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres. Marktforscher gehen davon aus, dass der Umsatz in Deutschland mit traditionellem Spielzeug erneut um drei Prozent zurückgegangen ist. In Westeuropa sieht es mit minus zwei Prozent kaum besser aus. Schon in den Jahren davor blieb immer weniger Geld in den Kassen der Spielwarenhändler liegen. Das liegt einerseits an der geringeren Kinderzahl. Andererseits wendet sich die Jugend immer früher den Handys und der Unterhaltungselektronik zu.

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