Reaktionen im Internet
Dieselgate, Marsgate – droht jetzt Magnumgate?

Der Süßwarenhersteller Mars ruft zahlreiche Schokoriegel zurück – wegen Erstickungsgefahr durch mögliche Plastikteilchen. Das Netz läuft zur Hochform – unsere Netzbeobachtungen mit einem Augenzwinkern.

DüsseldorfDie Nachricht schlug ein wie eine Bombe und ließ alle Schokoriegel-Liebhaber sofort vor Schock erstarren. Was man im ersten Moment für einen übel schlechten Scherz hielt, entpuppte sich nur kurze Zeit später als bittere Realität: Der Nahrungsmittelkonzern Mars startet einen umfassenden Rückruf seiner Schokoriegel – in insgesamt 59 Ländern, darunter allen EU-Staaten bis auf Luxemburg und Bulgarien.

Eine Verbraucherin hatte in einem Snickers ein Kunststoffteilchen gefunden. Eine Produktionsfirma in den Niederlanden hatte es verbockt. Von „Erstickungsgefahr“ durch das Plastikstücke war die Rede – doch auch bei der Rückruf-Nachricht dürfte dem ein oder anderen passionierten Konsumenten die Luft weggeblieben sein.

Betroffen sind alle Mars- und Snickers-Riegel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 19. Juni 2016 bis 8. Januar 2017, dazu zahlreiche Milky Way und Celebrations-Mischungen. Im Netz hielt sich das Mitleid in Grenzen. Es wurde gar darüber spekuliert, ob es sich bei der Rückruf-Aktion um einen PR-Gag handeln würde ...

Naja, glauben wir mal an das Gute im Menschen. Mit Rückrufen in der jüngeren Vergangenheit jedenfalls kennt sich der Deutsche ja bestens aus. Daher dauerte es auch nicht lang, bis sich ein bestimmter Begriff in den Trending Topics platziert hatte – gestatten: „Marsgate“. Die wörtliche Nähe zum bekannten Planeten ist unabweisbar, allerdings sind sich Experten einig, dass es sich bei dieser „Affäre“ allein um Schokoriegel handelt.

Wo wir schon bei unabweisbaren Ähnlichkeiten sind: Bruno Mars ist wohlauf.

Zur genauen Anzahl der betroffenen Produkte machte Mars derweil keine Angaben. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass ein Rückruf dieser Art für den Konzern nicht allzu günstig werden dürfte. Schließlich hat der Süßwarenhersteller versprochen, jeden Kunden entsprechend zu entschädigen – mit Produkten aus der gesamten Mars-Palette. Darunter fallen auch unter anderem Katzenfutter und Nudeln – ein fairer Tausch also.

Ein Brüller ging durchs Netz, als man sich mit den Anrufkosten für Mars beschäftigt hatte. Wie viele Anrufe in Abwesenheit es beim Schokoriegel XY wohl gegeben hat?

Ein Skandal jagt in diesen Tagen den nächsten. Dieselgate, Marsgate – droht jetzt der Magnumgate? Wie unmittelbar nach dem Mars-Rückruf bekannt wurde, befinden sich Holzreste im beliebten und etablierten Eis. Wir fragen uns: Wo soll das bitte alles noch hinführen?

Leonidas Exuzidis
Leonidas Exuzidis
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
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