Reaktionen im Netz
Viele Bayern-Fans über Hoeneß entsetzt

In sozialen Netzwerken schwappt eine Welle der Empörung wegen der Steuerhinterziehung durch Vereinspräsident Uli Hoeneß. Im vereinseigenen sozialen Netzwerk gehen selbst stramme Fans auf Distanz zum Manager.
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DüsseldorfAls die Meldung über die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß am Samstag die Runde machte, war auch für die Fans des FC Bayern München die Vorfreude auf das Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona erst einmal verflogen. „Ich freu‘ mich schon auf morgen, wo ich zusammen mit 50 Leuten als einziger Bayern-Fan den ganzen Tag verbringen kann“, schrieb „Bayero“ aus Sorge vor Spott im vereinseigenen sozialen Netzwerk „MyFCB“.

Die Affäre um den Bayern-Präsidenten lässt tatsächlich Emotionen hochkochen. Einen möglichen Grund dafür schreibt „Remy_Martin“ im selben Forum: „Hoeneß hat den moralischen Zeigefinger so oft geschwungen, da darf er nicht so eine Leiche im Keller haben!“ Und der Fan „BayernimBlut“ ergänzt: „Ich will nicht, dass mein Verein von einem Steuerhinterzieher/Betrüger geführt wird.“

Auch Medien haben Fußball-Manager und Wurstfabrikant Hoeneß scharf kritisiert. Dagegen will er vorgehen, wie er am Montag mitteilte. Unklar ist noch, wie viele Millionen er genau am Fiskus vorbei geschleust hat. Doch dass er Steuern hinterzogen hat, ist durch seine Selbstanzeige belegt. Und wegen seiner oft pointierten Meinungen ist der Steuerfall Hoeneß auch in sozialen Netzwerken vor scharfer Kritik nicht gefeit.

Ein Blog trägt seit heute Fotos von Hoeneß zusammen und versieht sie mit ironischen Bildunterschriften. Auf „Uli Hoeneß erklärt Dinge“ erläutert er zum Beispiel „unvorstellbare Summen“. Mit Ironie reagiert auch Michael Seemann über sein Twitter-Nutzerkonto @mspro.

Jenseits von Spott und Ironie sind auch die rechtlichen Folgen ein Thema. In Blogs und Rechtsforen wird über die Wahrscheinlichkeit einer Straffreiheit für Uli Hoeneß diskutiert und die einschlägigen Paragrafen der Abgabenordnung diskutiert (zum Beispiel im Jurion Strafrechtblog oder im Rechtstreff).

Im Bayern-Forum trösten sich derweil einige mit Hoeneß‘ Erfolgen über den derzeitigen Skandal hinweg: „Auch wenn Uli jetzt die Arschkarte hat, wird er auf ewig der derjenige sein, der für den FCB, aber auch für den deutschen Fußball mehr getan hat als jeder andere.“ Und bei Twitter meint Nutzer „a_lausbua“: Diese Hetzjagd hat er nicht verdient. Er hat viel Gutes nicht nur für seinen FCB getan, alles vergessen?“
Doch eines scheint so oder so sicher, wie @AJFreeze meint: „Beim Hoeneß geht’s jetzt um die Wurst.“

Bei den Bayern am Dienstag im Halbfinale gegen den FC Barcelona auch. Zumindest der Facebook-Post der Bayern-Fanseite zum Spiel ist bislang frei von Kommentare zur Causa Hoeneß.

Anm. d. Redaktion: Manche Zitate aus Foren oder Twitter wurden für diesen Artikel geglättet, etwa die Schreibweise des Nachnamens von Uli Hoeneß angepasst.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
huGO-BildID: 30544442 Jonas Jansen Handelsblatt Online 4 / 2013 Quelle: Handelsblatt Online
Jonas Jansen
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

Kommentare zu " Reaktionen im Netz: Viele Bayern-Fans über Hoeneß entsetzt"

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  • Auch für Hoeneß gilt das alte Sprichwort: "Wer selbst im Glashaus sitzt . . ."

  • Hoeneß ist nicht mehr tragbar. Hoffen wir, dass er seinen Rücktritt zügig erklärt und sich nicht wie Wulff verhält.

  • da hat der Normalbürger doch keine lust mehr

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