Reaktor Fukushima
Japan kämpft - Atombehörde entwarnt

In Japan kämpfen Experten erbittert um das Atomkraftwerk Fukushima. Ob dort eine Kernschmelze begonnen hat, ist unklar. Die internationale Atombehörde IAEA hält ein zweites Tschernobyl allerdings für unwahrscheinlich.
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WienDie Techniker im Atomkraftwerk Fukushima liefern sich einen dramatischen Wettlauf mit der Zeit: In drei Reaktoren des 260 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegenen AKW droht eine Kernschmelze, wie die Regierung am Montag einräumte. Bei einer zweiten Explosion wurde erneut ein Gebäude im Reaktor zerstört, sieben Arbeiter wurden verletzt.

Am Haupttor des Kraftwerks Fukushima Eins stieg die Strahlung am Abend mit 3100 Mikrosievert auf das Doppelte des zuvor gemessenen Maximums - bei einer Röntgenaufnahme des Oberkörpers sind es rund 80 Mikrosievert.  Im Reaktorblock 2 könnte die Kernschmelze bereits begonnen haben, erklärte die AKW-Betreibergesellschaft Tepco. Dort ragten die vier Meter langen Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Daraufhin pumpten Techniker erneut große Mengen Meerwasser in die Anlage.

große Karte anzeigen Quelle: Wikipedia

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien konnte das nicht bestätigen. „Wir haben keinerlei Angaben, dass dort momentan Brennstoff schmilzt“, sagte der IAEA-Experte James Lyons in Wien. Abschließend klären könne man das jedoch erst, wenn man die Situation unter Kontrolle habe und in den Sicherheitsbehälter schauen könne. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das zu einem Unfall wie in Tschernobyl entwickelt, ist sehr unwahrscheinlich“, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano.

Gleichzeitig hat die IAEA Angst vor einer Nuklearkatastrope in Japan zu zerstreuen versucht: Es drohe kein zweites Tschernobyl und in den teilweise zerstörten Reaktoren laufe nach ihren Informationen keine Kernschmelze ab, berichtete die unter dem Dach der UN gegründete Behörde bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Sicherheitsbehälter aller Reaktoren in Japan seien intakt. „Die Abgabe von Radioaktivität ist begrenzt“, sagte Amano. Die Situation sei aber dynamisch und könne nicht abschließend bewertet werden.

In Fukushima hatte es zuvor um 11.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MEZ) eine zweite Wasserstoffexplosion gegeben: Diesmal war Reaktorblock 3 betroffen. Sieben Arbeiter wurden verletzt und fünf verstrahlt, wie die Nachrichtenagentu  Kyodo berichtete. Die Betonhülle des Gebäudes wurde beschädigt. Nach Informationen von Greenpeace enthält der Reaktor 3 das besonders gesundheitsgefährdende Plutonium. Nach Angaben der japanischen

Behörden blieb der Reaktor selbst intakt. Am Samstag war es zu einer ähnlichen Explosion in einem Gebäude des Reaktors 1 gekommen.

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  • und wir sehen hier wieder mal ganz klassisch:

    Es ist IMMER das Gegenteil von dem richtig, was "Experten", Gesundbeter, Politiker, etc. sagen.

    Die Experten entwarnen, während derzeit gerade 30 Millionen Menschen verstrahlt werden. Warum? Weil entgegen allen Mainstream-Meldungen die Reaktoren bereits explodiert sind, die Reaktor-Hüllen auch längst kollabiert sind und die Kernschmelze längst im Gange ist.

    Normalerweise hätte der Großraum Tokyo bis heute Abend Ortszeit (also in wenigen Stunden) evakuiert sein müssen. Aber wieder hat man gelogen.

    Das Gleiche wird in der Wirtschaft passieren: Die "Experten" sagen, daß sich Japan ganz nach dem Muster des "Kobe-Effekts" erholen wird - und das Gegenteil wird der Fall sein. Kommt jetzt wirklich die Verstahlung, so wird selbstverständlich die Weltwirtschaft kollabieren und die Aktienindizes mit Sicherheit 50% plus x fallen.

    Stimmt schon, was die "Experten" (auch HB) sagen: In Japan kommt keine lange Rezession. Nein, es ist vermutlich eine Depression.

    Ich könnte ko... bei diesem Dilletantismus, der weltweit in allen Bereichen (Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, etc.) um sich greift.

    Auch die grünen Gutmenschen, die sofort alle AKW abeschalten möchten, werden sich noch wundern, was das für die Grundlast beim Strom heißt. Vielleicht sollten sie sich mal lieber darum kümmern, wie und warum das Erdbeben zustande gekommen ist. Aber selbst da schauen sie der Wahrheit nicht ins Gesicht.

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