Rechtsstreit
Hirntote Schwangere darf sterben

Im Falle eines Hirntods wollte die Amerikanerin Muñoz keine lebenserhaltenden Maßnahmen. Doch weil sie schwanger war, weigerte sich die Klinik aus Rechtsgründen, die Geräte abzuschalten – bis ein Gericht einschritt.
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Fort WorthZwei Monate wurde sie gegen den Willen ihres Mannes in einer Klinik in Texas künstlich am Leben gehalten, um ihr Baby zu retten. Jetzt ließen die Ärzte die schwangere Amerikanerin Marlise Muñoz sterben. Auf richterliche Anordnung hin trennte das John Peter Smith Hospital in Fort Worth die junge Frau am Sonntag (Ortszeit) von den lebenserhaltenden Maschinen. Ihre Familie bereitete sich danach auf ihr Begräbnis vor.

Das Drama um die hirntote Frau hatte in den USA eine öffentliche Debatte ausgelöst. Die Klinik berief sich auf texanische Gesetze zur Rettung ungeborenen Lebens und weigerte sich deshalb wochenlang, die Geräte abzuschalten. Marlise Muñoz war zuletzt in der 23. Schwangerschaftswoche. Der Fötus wurde nicht geboren.

Ehemann Erick Muñoz, wie seine Frau Rettungssanitäter, hatte stets erklärt, seine Frau hätte in einer solchen Situation keine lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht. Zudem verwies er auf Untersuchungen, die ergeben hatten, dass der Fötus der Hirntoten schwer deformiert sei. Weil er sich nicht durchsetzen konnte, verklagte er die Klinik. Ein Richter sprach am Freitag ein Machtwort und befand, dass die Klinik das Recht in dem Fall falsch auslege. Zur Begründung sagte er der „New York Times“ zufolge, dass die Patientin aus rechtlicher Sicht bereits tot sei. Daher habe das entsprechende Gesetz zum Schutz des Fötus für diesen Fall keine Gültigkeit.

Er setzte dem Krankenhaus eine Frist bis zum (heutigen) Montag, um die Geräte abzuschalten. Die Klinik lenkte am Sonntag ein und erklärte, das Krankenhaus sehe seine Rolle nicht darin, „Gesetze zu machen oder infrage zu stellen, sondern sie zu befolgen“.

Erick Muñoz hatte seine Frau am 26. November bewusstlos aufgefunden, vermutlich wegen einer Lungenembolie. Die Ärzte am Krankenhaus diagnostizierten den Hirntod der Frau, schlossen sie aber dennoch an die Maschinen an, um den Fötus am Leben zu erhalten.

In den vergangenen Jahren hatte das Parlament in Texas mehrfach die Anti-Abtreibungs-Gesetze verschärft. Es hatte gesetzliche Richtlinien für die Zeit ab der 20. Schwangerschaftswoche erlassen, weil der Embryo dann Schmerz empfinden könne. Am Rande der Gerichtsverhandlung am Freitag hatten Abtreibungsgegner dafür geworben, die hirntote Frau das Baby austragen zu lassen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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