Rede zu Frauenrechten Oprah Winfrey begeistert bei Golden Globes

Ihre kämpferische Rede zu Frauen- und Bürgerrechten bei den Golden Globes hat US-Entertainerin Oprah Winfrey als US-Präsidentschaftskandidatin ins Gespräch gebracht. Doch sie enttäuscht ihre Fans.
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Oprah Winfrey: „Speaking your own truth is the most powerful tool“

Oprah Winfrey: „Speaking your own truth is the most powerful tool“

Los AngelesMinuten, nachdem Oprah Winfrey eine Rede bei den Golden Globes gehalten hatte, in der sie „einen neuen Tag“ für Frauen und Minderheiten forderte, dementierte sie eine Nachricht, die sich rasend schnell auf Twitter verbreitet hatte. „Oprah 2020“ hieß es dort, also dass sie Ambitionen habe, bei der nächsten US-Präsidentschaftswahl zu kandidieren. Aber die 63-jährige Millionärin habe nicht vor, anzutreten, stellte sie hinter der Bühne auf die Frage nach ihren politischen Ambitionen klar.

Die Unterstützung einiger CEOs hätte sie wohl, allen voran die von Marc Benioff: „Eine Rede, die jeder sich ansehen kann, um zu realisieren, dass Gleichberechtigung für alle möglich ist“, twitterte der Chef von Salesforce. Er teilte außerdem zahlreiche Tweets, die sie als US-Präsidentschaftskandidatin ins Gespräch brachten, zum Beispiel einen Tweet von US-Comedian Sarah Silverman. Ihre Worte „Oprah/Michelle 2020“ wurde mehr als 9.800 Mal geteilt und mehr als 44.000 Mal mit „gefällt mir“ markiert. Box-CEO Aron Levie twitterte „Oprah 2020“, Jonah Peretti (BuzzFeed, Huffington Post) retweete ein Video mit der Rede von Winfrey.

„Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht“, hatte Winfrey auf der Bühne in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk gesagt. Sie rührte damit viele im Saal zu Tränen. „Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren.“ Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer „Me too“ sagen muss, mahnte Winfrey.

Oprah Winfrey ist die erste dunkelhäutige Frau, die den Award für ein Lebenswerk verliehen bekommen hat. Die langjährige Talkshow-Moderatorin ist eine Instanz in der US-Unterhaltungsbranche. Mit OWN gründete sie ihren eigenen Fernsehsender und war neben ihrer Talkshow auch als Schauspielerin und Produzentin erfolgreich. In ihrer Rede beschrieb sie, wie sie 1964 als junges Mädchen im Fernsehen gesehen hatte, wie Sidney Poitier als erster Schwarzer einen Golden Globe als Bester Hauptdarsteller bekam. Er sei der eleganteste Mann gewesen, den sie je gesehen habe. Und sie habe noch nie gesehen, dass ein schwarzer Mann so gefeiert wurde wie er.

1982 erhielt Sidney Pointier dann den Preis für sein Lebenswerk. Winfrey sprach auch von Recy Taylor, die in den 1940er-Jahren von sechs bewaffneten weißen Männern vergewaltigt worden war. Zwei Geschworenenjurys – beide nur mit weißen Männern besetzt – lehnten eine Anklage der Verdächtigen ab. Winfrey erwähnte auch Rosa Parks, die in der Sache ermittelte und Jahre später den Busboycott von Montgomery auslöste.

Sie habe in ihrer Karriere immer ihr Bestes gegeben, um zu zeigen, wie sich Männer und Frauen wirklich verhalten, sagte Winfrey. In ihrer Rede verwies sie auch auf „Me too“ und sagte die Worte „Time is up“ – zwei Aussprüche, die momentan in den sozialen Netzwerken genutzt werden, um auf sexuelle Belästigungen hinzuweisen.

Nach Winfreys emotionalem Auftritt hatte auch Moderator Seth Meyers den Star scherzhaft dazu aufgefordert, sie solle 2020 als Kandidatin im Präsidentschaftswahlkampf antreten – und Seitenhiebe auf den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ausgeteilt. Bei der Ankündigung der Vorsitzenden der Hollywood Foreign Press Association, Meher Tatna, sagte Meyers: „Hier ist jemand, der Präsident ist und wirklich ein ausgeglichenes Genie.“ Trump hatte das zuvor über sich in einem Tweet gesagt.

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