"Reform" ganz oben auf der Liste
Unwort 2003 ist "Tätervolk"

Das Unwort des Jahres 2003 heißt „Tätervolk“. Das gab die Expertenjury am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt.

HB FRANKFURT. Ihr Sprecher Horst Dieter Schosser sagte zur Begründung, der von dem CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann benutzte Ausdruck sei grundsätzlich verwerflich, da er ohne Ausnahme ein ganzes Volk für die Untaten Einzelner verantwortlich mache. Hohmann ist inzwischen aus der Unionsfraktion ausgeschlossen worden.

Den zweiten Platz belegte der Begriff „Angebotsoptimierung“. Das Wort beschönige die Verringerung von Dienstleistungen, so die Juroren. Auf Platz drei landete „Abweichler“, ein Begriff, der aus Sicht der Jury Bundestagsabgeordnete diskriminiert, die ihre Gewissensentscheidung über einen Fraktionszwang stellen.

Für die Auswahl waren laut Jury diesmal 2 215 Zuschriften mit insgesamt 1 160 verschiedenen Vorschlägen eingegangen. Quantitativer Spitzenreiter war „Reform“ (auch in Kombinationen wie Gesundheits-, Hartz- oder Steuerreform), gefolgt von „Kopfgeld“ und „friendly fire“. Das Unwort des Jahres, das seit 1991 von einer Expertenjury gekürt wird, soll ein besonders negativ aufgefallener Ausdruck aus der öffentlichen Kommunikation sein. Der Jury gehören neben dem Germanistik-Professor Schlosser drei weitere Sprachwissenschaftler sowie zwei jährlich wechselnde Mitglieder an.

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