Region Emilia-Romagna
Mehrere Tote bei starkem Erdbeben in Italien

Nacht der Angst in Norditalien: Ein Erdbeben erschüttert die Region, richtet große Schäden an. Mehrere Menschen sterben, viele werden verletzt. Auch eine Deutsche kommt bei Bologna ums Leben.
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Rom/FerraraEin heftiges Erdbeben hat mehrere Menschen in Italien in den Tod gerissen. Auch eine Deutsche und eine über hundertjährige Frau starben nach dem Erdstoß in der Nacht - ihr Schreck war möglicherweise tödlich. Das Beben der Stärke 5,9 erschüttert am Sonntagmorgen um 4.04 Uhr die Region Emilia-Romagna. Es war in weiten Teilen Norditaliens zu spüren. Mindestens drei Arbeiter kamen in den Trümmern ihrer Fabriken ums Leben, wie Medien wenige Stunden nach dem Beben berichteten.

Die Trümmer einer Keramikfabrik erschlugen den Berichten zufolge zwei Beschäftigte der Nachtschicht in Sant'Agostino bei Ferrara. Ein anderer Arbeiter wurde laut Fernsehsender Rai dort unter dem eingestürzten Dach einer Gießerei tot gefunden. Ein weiteres Todesopfer entdeckte man in einer eingestürzten Fabrikhalle in Bondeno, etwa 15 Kilometer nördlich von Sant'Agostino. Mehrere Dutzend Menschen wurden nach ersten Angaben verletzt.

Anderthalb Stunden nach dem Beben wackelte die Erde erneut: Um 5.35 Uhr habe es ein Nachbeben der Stärke 3,3 geben, um 5.44 Uhr folgten laut Nachrichtenagentur Ansa Stöße der Stärke 2,9.

Um 15.18 Uhr ereignete sich ein Erdstoß der Stärke 5,1 und dauerte mehrere Sekunden. Das Nachbeben war so stark, dass es auch in Bologna und Mailand zu spüren war. Rund um die Stadt Ferrara stürzten weitere Häuser ein.

In Finale Emilia fiel Medienberichten zufolge ein Feuerwehrmann von einer Mauer. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, schwebte er in Lebensgefahr und wurde bewusstlos ins Krankenhaus gebracht. In Sant'Agostino bei Ferrara stürzte ein weiterer Teil des beschädigten Rathauses in sich zusammen.

Am schlimmsten betroffen seien die Provinzen von Modena und Ferrara. Betroffen waren aber auch Bologna, Mantova und Rovigo.

Eine Deutsche starb kurz nach dem Erdbeben. Die 37-Jährige, die sich aus beruflichen Gründen in Sant'Alberto di San Pietro in Casale in der Region von Bologna aufhielt, habe nach den Erdstößen Atemprobleme bekommen und das Bewusstsein verloren, berichtete Ansa. Gegen 4.40 Uhr haben ein Mann die Rettungskräfte alarmiert. Vermutet wird, dass die Panik den Tod der Frau ausgelöst haben könnte. Die genaue Herkunft der 37-Jährigen wurde nicht bekannt.

In Sant'Agostino kam eine über hundertjährige Frau ums Leben. Laut Ansa könnte auch sie aufgrund des Schrecks gestorben sein. Ein fünfjähriges Mädchen wurde in dem ebenfalls stark betroffenen Ort Finale Emilia aus den Trümmern gerettet.

Das Fernsehen zeigte schwer beschädigte Gebäude, Trümmer lagen vielerorts auf der Straße. Augenzeugen berichteten, es seien Gebäude, Kirchen und Türme eingestürzt. Manche Menschen seien aus Panik im Schlafanzug auf die Straße gelaufen. Auch in Mailand habe Angst geherrscht. Mancherorts wagten sich die Menschen nicht zurück in ihre Häuser. Auch in Mailand habe in der Nacht Angst geherrscht. In der Provinz Venetien waren die Stöße ebenfalls zu spüren. In Venedig habe es aber keine Schäden gegeben.

Das Epizentrum lag in der Po-Ebene in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern, hieß es unter Berufung auf das Nationale Geophysikalische und Vulkanologische Institut. Die schwersten Schäden gab es Ansa zufolge in dem Ort San Felice und in Finale Emilia. In San Felice stürzte eine Kirche ein, und viele historische Gebäude wurden schwer beschädigt. In Finale Emilia seien schwer kranke Patienten vorsorglich aus dem Krankenhaus gebracht worden. Laut „corriere.it“ stürzte in dem Ort auch ein Turm ein.

Die Zahl der Verletzten ist unklar. Das Fernsehen Rai berichtete von 50 Verletzten. Laut Ansa gab es in den Regionen Ferrara und Modena mehr als 200 Notrufe im Zusammenhang mit Verletzten oder Menschen mit sonstigen gesundheitlichen Problemen. Im Raum Ferrara seien 28 Menschen ins Krankenhaus gebracht worden, in der Region Modena wurden neun Menschen mittelschwer verletzt.

Die Kommunalwahlen, bei denen die Bürger am Sonntag und Montag in insgesamt rund 120 italienischen Städten und Gemeinden in Stichwahlen ihren neuen Bürgermeister bestimmen, könnten auch im Erdbebengebiet wie geplant stattfinden, berichtet die Rai.

Das Beben sei fast so stark gewesen wie das von Aquila, schreibt die Ansa. Am 6. April 2009 hatte ein Beben der Stärke 6,2 die Stadt in den Abruzzen erschüttert und schwere Schäden angerichtet. Erst Ende Januar gab es in Norditalien ein Erdbeben der Stärke 5,4. Einige Bürogebäude in Mailand waren damals als Vorsichtsmaßnahme evakuiert worden.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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