Rekord-Jackpot
38 000 000 Euro lösen Lotto-Manie aus

Der mit rund 38 Millionen Euro gefüllte größte Jackpot der deutschen Lottogeschichte sorgt bundesweit für einen Ansturm auf die Annahmestellen. Die Aussicht auf den Mega-Gewinn locke sehr viele Erst- und Gelegenheitsspieler, berichtete der Deutsche Lotto- und Totoblock. Das Lotto-Fieber ist allerdings zeitlich begrenzt: Bald droht eine Zwangsausschüttung.

HB STUTTGART. Für Freitag und Samstag wird mit Schlangen vor den Annahmestellen gerechnet. „Wie im vergangenen Jahr werden vielerorts Jackpot-Partys vorbereitet“, sagte Sprecher Klaus Sattler. In der Lottozentrale seien bereits mehrere Anfragen nach Dekorationsmaterialien eingegangen. Die Annahmestellen richteten sich auf einen Riesenandrang ein. „Wir rechnen bis Samstag mit einem neuerlichen Zuwachs der Spieleinsätze von rund 50 Prozent im Vergleich zur Vorwoche“, sagte Sattler. Dann würde der Spieleinsatz bei insgesamt rund 150 Mill. Euro liegen. Sorgen, zu spät zu kommen, müsse sich niemand machen, versicherte Sattler. Alle 24 500 Lotto-Verkaufsstellen in Deutschland seien gewappnet und mit genügend Spielscheinen versorgt. Zu Engpässen werde es nicht kommen.

Beim bisherigen Rekord-Jackpot von 37,7 Mill. Euro im Vorjahr wurden rund 148 Mill. Euro eingespielt. Der Jackpot ging am Ende an einen Krankenpfleger aus Westfalen. Er hatte 9,50 Euro auf die Glückszahlen 28, 30, 31, 34, 41, 48 und die Superzahl vier auf seinem Schein gesetzt und den Jackpot allein abgeräumt.

Der bisherige Rekord beim Spieleinsatz liegt bereits einige Jahre zurück: Im Sommer des Jahres 1994 tippten die Deutschen für umgerechnet rund 176 Mill. Euro. Der Jackpot war damals 42 Mill. DM schwer und hatte sich über elf Wochen aufgebaut.

Direkt nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass der Mega-Jackpot auch am Mittwoch nicht geknackt worden war, zog die Nachfrage an den Annahmestellen wieder an. „Recht zügig“, gehe es zu, hieß es in der Annahmestelle Eilert in Ulm. In Heilbronn rechnet Ladenbesitzer Jürgen Hackert vor allem am Samstag mit langen Schlangen. „Noch hält sich das Ganze aber im Rahmen.“

Bei der Ziehung am Mittwoch hatten vier Lottospieler sechs Richtige ohne passende Superzahl: zwei aus Hessen und jeweils einer aus Bayern und Schleswig-Holstein. Sie gewinnen jeweils rund 860 000 Euro. Ein Tipper aus Hamburg knackte den Jackpot im Spiel 77 und erhält 2,3 Mill. Euro.

Das Lotto-Fieber ist zeitlich begrenzt: Sollte bis zum 12. Dezember keiner die sechs richtigen Zahlen und die passende Superzahl auf dem Schein haben, kommt es zu einer Zwangsausschüttung. Dann reichen schon sechs Richtige ohne Superzahl, um den Jackpot zu knacken und die Mill. einzuheimsen. Hat kein Tipper sechs Richtige, geht das Geld an die nächste Gewinnklasse.

Der Fachverband Glücksspielsucht kritisierte indes den Wirbel um den Lotto-Jackpot. Die Chancen zu gewinnen seien sehr gering, aber einige Menschen würden dadurch zum Glücksspiel verführt, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Ilona Füchtenschnieder, am Donnerstag im nordrhein-westfälischen Herford. Sie forderte eine Begrenzung des Lotto-Jackpots und regte eine gestückelte Auszahlung von Gewinnen an.

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