Rekordsumme für humanitäre Hilfe
Deutsche spenden kräftig für soziale Zwecke

Die Deutschen bleiben spendenfreudig: Nach Schätzungen des Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) werden in diesem Jahr in Deutschland rund 2,4 Mrd. Euro für soziale Zwecke zusammenkommen. Damit sei der von vielen Hilfsorganisationen befürchtete Einbruch der Spendenbereitschaft im Jahr nach der Tsunami-Katastrophe ausgeblieben, teilte das Institut am Mittwoch in Berlin mit.

HB BERLIN/GENF. Die Hilfsbereitschaft der Deutschen liege in diesem Jahr sogar voraussichtlich etwas höher als vor der Naturkatastrophe in Südostasien. 2004 spendeten die Deutschen rund 2,35 Mrd. Euro für karitative Zwecke, teilte das DZI weiter mit. Im Tsunamijahr summierten sich die Spenden auf eine Rekordsumme von rund drei Mrd. Euro. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin vergibt unter anderem das Spendensiegel an seriöse und von der Institution geprüfte Hilfsorganisationen.

Rekordsumme für humanitäre Hilfe im Jahr 2005

dpa GENF. Im Jahr 2005 haben Staaten, Organisationen und Privatleute die Rekordsumme von mehr als 17 Mrd. Dollar (fast 13 Mrd. Euro) für humanitäre Hilfe gespendet. Das sei das höchste Aufkommen seit Beginn der weltweiten Sammlungen 1970, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Roter Halbmond-Gesellschaften (IFRC) mit. Das Geld kam den Angaben zufolge hauptsächlich den Opfern spektakulärer Ereignisse zu Gute - wie dem Tsunami in Südostasien 2004. Das geht aus dem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Katastrophenbericht 2006 der IFRC hervor. Noch immer gebe es aber viele „vergessene Katastrophen“, denen sich die Weltöffentlichkeit nur zögernd zuwende.

Im vergangenen Jahr sind fast 100 000 Menschen bei Katastrophen umgekommen, heißt es in der Studie. Von Naturkatastrophen waren insgesamt 161 Mill. Menschen betroffen, was etwa 160 Mrd. Dollar kostete - mehr als doppelt so viel wie im jährlichen Durchschnitt. Zwischen 1996 und 2005 starben 934 000 Menschen bei Naturkatastrophen, 2,5 Mrd. Menschen waren betroffen.

Das meiste Geld der Rekordspendensumme 2005 sei für „herausragende Katastrophen“ (high-profile disasters) ausgegeben worden, schreibt die IFRC. Zwölf Mrd. Dollar kamen dabei von Regierungen aus aller Welt, das höchste Aufkommen seit Beginn der weltweiten Sammlungen 1970. Das private Spendenaufkommen allein für die Tsunami- Opfer lag bei rund 5,5 Mrd. Dollar - die größte Summe, die je privat aufgebracht wurde. Insgesamt wurden den Angaben zufolge für Opfer des Tsunami, bei dem am 26. Dezember 2004 mehr als 230 000 Menschen getötet wurden, mehr als 14 Mrd. Dollar gespendet.

Damit kamen nach Berechnungen der Föderation etwa 1241 Dollar auf jedes überlebende Tsunami-Opfer. Für die leidenden Menschen im Tschad, in Guyana, in der Elfenbeinküste, in Malawi und Niger blieben dagegen im Durchschnitt nur 27 Dollar pro Person übrig. „Wir müssen jetzt sicherstellen, dass die Hilfe dorthin geht, wo sie am meisten gebraucht wird und nicht etwa aus Gründen politischer Sicherheit oder der Berichterstattung (in den Medien) fehlgeleitet wird“, sagte IFRC- Präsident Juan Manual Suárez in Genf.

Als Beispiel wird der Hurrikan Katrina genannt, der im August 2005 die USA heimsuchte. Dabei kamen 1300 Menschen um. Die Medien hätten darüber 40 Mal so viel berichtet wie über den Wirbelsturm Stan, der kurz darauf in Guatemala 1600 Menschen getötet habe, schreibt die IFRC. Zu den „vergessenen Notfällen“ gehöre auch der Hunger in Malawi, die versteckten Nöte in Nepal, wo im Jahr zwischen 5000 und 6000 Mütter bei der Geburt sterben, oder die Schicksale der Bootflüchtlinge.

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