Reportage
Piraten entern Frachter im Arabischen Meer

Die zwischenzeitliche Ruhe im Golf von Aden ist vorbei: Piraten haben einen italienischer Frachter geentert. Die Jagd ist eröffnet. Ein aktueller Bericht von vor Ort.
  • 0

Golf von AdenTagelang war es bis auf eine ganze Reihe von Fehlalarmen ruhig im Golf von Aden. Keine Piratenangriffe, nichts. Bis jetzt. In den frühen Morgenstunden haben die Piraten zugeschlagen - und das vielleicht gleich zweimal.

"Der italienische Schüttgutfrachter Rosalia D Amato ist im Arabischen Meer geentert worden", sagt Miguel Algarvio, Kapitänleutnant an Bord der "Vasco da Gama", dem Flaggschiff der europäischen Anti-Piraten-Operation Atalanta, Handelsblatt Online. Damit nicht genug. Um 23 Uhr Ortszeit hatte auch noch der Kapitän der "Hanjin Tianjin" um Hilfe gerufen: Das Containerschiff werde von Piraten attackiert - danach war der Funkkontakt abrupt abgebrochen.

Beide Angriffe ereigneten sich östlich des Golf von Aden, kurz vor dem Arabischen Meer. Weit genug entfernt von der massiven Militärpräsenz von EU, USA, Nato und einer ganzen Reihe weiterer Staaten im Golf von Aden selbst. Das einzige Kriegsschiff, das der "Rosalia D Amato" und der "Hanjin Tianjin" zu Hilfe eilen konnte, war die "Giresun", eine türkische Fregatte, die für die Nato-Mission "Operation Ocean Shield" vor Ort ist. Zwei Notrufe, ein Schiff.

"Die Giresun hat selbst Kurs auf die Rosalia D Amato genommen, während sie einen Hubschrauber zur "Hanjin Tianjin" geschickt hat", sagt Algarvio. Um 5 Uhr morgens erreichte der Helikopter sein Ziel. Gut 400 Kilometer von der jemenitischen Insel Socrata entfernt. Das Bild, das die Crew zu sehen bekam, muss gespenstisch gewesen sein.

Ohne Kurs trieb die "Hanjin Tianjin" am frühen Morgen übers Meer. Das Containerschiff war hell erleuchtet, aber an Bord keine Menschenseele zu sehen. Kein Mitglied der 20-köpfigen Crew, kein Pirat. Niemand. "Die Operation läuft noch. Wir wissen nicht, was mit der Crew passiert ist und ob Piraten an Bord sind", sagt Algarvio. "Möglicherweise hat sich die Besatzung in den Panikraum geflüchtet, und keine Funkverbindung."

Seite 1:

Piraten entern Frachter im Arabischen Meer

Seite 2:

Kommentare zu " Reportage: Piraten entern Frachter im Arabischen Meer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%