Retter Regen
Weinbau erwartet Spitzenweine

Spitzenqualität bei geringerem Ertrag erwarten die deutschen Winzer beim diesjährigen Wein. Die Sonne hat die Reben in den vergangenen Wochen verwöhnt, und doch ist der Regen der vergangenen Tage für manche Anbaugebiete letzter Retter.

HB/dpa MAINZ/TRIER. „Vor allem an den Steilhängen und kiesigen Böden brauchten die Reben dringend Erholung - die setzt mit sinkenden Temperaturen und Niederschlägen ein“, sagte Weinbauberater Henning Mader von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Trier.

An den Moselhängen etwa waren bereits Anfang August Ausfälle durch Sonnenbrände an den Trauben und Blättern registriert worden. „Wo die Blätter vergilbt und die Trauben verbrannt sind, ist nichts mehr zu machen, der Rest kann aber gut ausreifen“, sagt der Weinbauexperte.

Doch ob die erwartete gute Qualität den Winzern nach Lese und Kelterung auch gute Umsätze beschert, ist unsicher. „Beim Weinhandel bewegt sich derzeit sehr wenig“, sagt Mader. „Es werden in diesem Jahr viele hochpreisige Weine drin sein - aber der Markt muss sie auch abnehmen können.“ Auch der Deutsche Weinbauverband geht bislang nicht von erheblichen Preissteigerungen aus.

Die erwartete Erntemenge aus den deutschen Anbaugebieten wird wegen der geringen Niederschläge mit rund neun Millionen Hektoliter beziffert. Während in manchen Regionen bereits die frühen Sorten etwa für „Federweißen“ gelesen wurden, läuft die Hauptlese mit Sorten wie Müller-Thurgau, Silvaner oder Dornfelder in Rheinhessen, Pfalz, Baden und Württemberg gerade erst an. In den übrigen Anbaugebieten wie Ahr, Sachsen und Saale-Unstrut und in Franken geht es nach Angaben des Deutschen Weinbauverbandes in den kommenden Tagen los. Wo der spätreifende Riesling dominiert, sei voraussichtlich Mitte September mit dem Hauptlesestart zu rechnen.

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