Rettungsarbeiten erschwert
Mehr als 200 Erdbebentote in Italien

Die Zahl der Toten durch das verheerende Erdbeben in Mittelitalien ist über 200 gestiegen. Mehr als ein Dutzend Menschen werden auch mehr als 24 Stunden nach dem Beben in den Abruzzen noch vermisst. Etwa 1500 Menschen wurden verletzt, Zehntausende sind obdachlos, weil ihre Häuser eingestürzt sind oder stark beschädigt wurden. Zahlreiche Nachbeben erschweren die Rettungs- und Bergungsarbeiten.

HB L'AQUILA. Nach dem schwersten Erdbeben in Italien seit fast 30 Jahren ist die Zahl der Todesopfer auf merh als 200 gestiegen. Unter ihnen seieneinige noch nicht identifiziert worden, meldete die italienische Nachrichtenagentur Apcom unter Berufung auf den Zivilschutz. Etwa 1 500 Menschen wurden verletzt, Zehntausende sind obdachlos. Die Suche nach Verschütteten wurde in der Nacht zum Dienstag fortgesetzt.

In den Trümmern eines Wohnheims der Hochschule in L'Aquila suchten Freiwillige teils mit bloßen Händen und Eimern nach mehreren vermissten Studenten. Die Feuerwehr setzte auch Hunde und einen Kran ein. An anderen Stellen waren die Retter erfolgreich: So konnten eine 21-jährige Frau und ein 22-jähriger Mann aus den Trümmern eines fünfstöckigen Wohnhauses gezogen werden. Die Arbeiten wurden immer wieder unterbrochen, um mögliche Lebenszeichen aus zerstörten Gebäuden nicht zu überhören. Zudem gab es am frühen Dienstag mehrere Nachbeben.

Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Beben 10 000 bis 15 000 Gebäude beschädigt oder zerstört. Betroffen waren auch moderne Wohnblocks. Im Historischen Stadtkern stürzten nach Angaben des Kulturministeriums die Außenwand einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert sowie der Glockenturm einer Renaissance-Kirche ein. Auch die Kathedrale und das Schloss wurden beschädigt.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi rief den Notstand aus und sagte eine geplante Reise nach Moskau ab, um ins Katastrophengebiet zu fahren. Betroffen sind 26 Ortschaften rund um L'Aquila. So wurde die Kleinstadt Onno praktisch dem Erdboden gleichgemacht.

Das Hauptbeben hatte laut italienischen Geologen eine Stärke von 5,8, amerikanische Seismologen registrierten sogar eine Magnitude von 6,3. Der Erdstoß riss die Menschen am Montagmorgen um 03.32 Uhr aus dem Schlaf. Die Erschütterungen waren im rund 100 Kilometer südwestlich gelegenen Rom noch zu spüren. Dort wurden neue Risse in den Ruinen der Caracalla-Thermen aus dem dritten Jahrhunderte registriert.

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