Rettungsarbeiten
Wettlauf gegen die Zeit im Erdbebengebiet

Verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit: Nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien suchen mehr als 5000 Helfer im verwüsteten L'Aquila und der Umgebung nach Überlebenden der Naturkatastrophe. Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben vom Montag stieg auf 207. 15 Menschen würden nach dem Beben der Stärke 5,8 bis 6,2 noch vermisst.

HB Rom/Berlin. Die Sucharbeiten sollten noch 48 Stunden fortgesetzt werden, „bis zur Gewissheit, niemanden mehr lebend bergen zu können“, sagte Regierungschef Silvio Berlusconi. Angesichts der Gefahr neuer Beben warnte Berlusconi die Bewohner evakuierter Stadtteile vor einer Rückkehr. Die bergige Gegend in den Abruzzen erschwert die Arbeit der Bagger und Kräne. Zahlreiche Nachbeben, darunter ein kräftiges der Stärke 4,3 kurz vor Mittag, lösten immer wieder Panik in der Bevölkerung aus und verursachten neue Schäden.

Berlusconi reiste am zweiten Tag hintereinander in die Abruzzen- Hauptstadt, um einen raschen Wiederaufbau zuzusagen. Italien könne das Notwendige allein leisten, sagte er und lehnte die Hilfe anderer Staaten dankend ab.

Die meisten der 17 000 Obdachlosen sind in Zelten untergebracht oder bereits in Unterkünfte an der nahen Adria-Küste gefahren worden. Erste Satellitenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Verwüstung in dem 100 Kilometer nordöstlich von Rom gelegenen L'Aquila. Seit dem Erdstoß am Montag wurden mehr als 280 Nachbeben bis zur Stärke von 4,8 gezählt. Das starke Beben am Montag war das folgenschwerste in Italien seit 1980.

In die Diskussion über eine offensichtlich nicht erdbebensichere Bauweise in Mittelitalien hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf eingeschaltet. Das Beben vom Montag habe das Hospital San Salvatore in L'Aquila zu 90 Prozent zerstört, unterstrich eine WHO-Sprecherin die Notwendigkeit katastrophensicherer Krankenhäuser. Auch in Italien kritisierten Fachleute von neuem die unzureichende Bauqualität, zumal auch zahlreiche jüngere Gebäude eingestürzt seien.

Auch am Tag nach dem Erdstoß hatten die Helfer manchmal Glücksmomente. So bargen sie knapp 24 Stunden nach dem Beben in der Nacht in L'Aquila eine 24-jährige Studentin lebend aus den Trümmern ihres Hauses. In dem Ort Onna vor den Toren von L'Aquila stieg die Zahl der Opfer stark an, 39 der etwa 250 Einwohner kamen ums Leben.

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