Revanchefoul beim Fußball
Boliviens Präsident tritt zurück

Wäre Evo Morales Profifußballer, er könnte sich auf drakonische Strafen einstellen: Mit einem zielsicheren Tritt zwischen die Beine rächte er sich während eines Spiels an einem Gegenspieler. Morales ist aber im Hauptberuf Präsident von Bolivien, die Begegnung fand zwischen den Teams von Regierung und Bürgermeisteramt statt – und bleibt folgenlos.
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HB LA PAZ. Bei einem normalen Fußballspiel hätte dieses böse Foul die rote Karte und eine Sperre für die nächsten Spiele bedeutet: Der fußballbegeisterte bolivianische Präsident Evo Morales trat während der Unterbrechung eines Freundschaftsspieles einem Gegner in La Paz mit voller Wucht zwischen die Beine, was den Mann wie einen nassen Sack nach hinten fallen ließ. Die Szene zwischen den Mannschaften der Regierung und des Bürgermeisteramtes von La Paz ist in einem am Dienstag im Internet verbreiteten Video zu sehen.

Das Video und die spanische Originalmeldung finden Sie auf der Internetseite elmundo.es.

Der Gegenspieler Daniel Cartagena hatte sich den Zorn des Staatschefs zugezogen, weil er ihn zuvor seinerseits bei einem Dribbelduell gefoult und ihm eine Schürfwunde am rechten Fuß beigebracht hatte. Aber Morales flog nach dem Tritt zwischen die Beine nicht etwa vom Platz, sondern durfte bis zum Endstand 4:4 weiterspielen.

Vize-Sportminister Miguel Angel Rimba rüffelte sogar das Opfer: „Es gibt Leute, die einfach nicht verstehen, dass der Präsident beim Spielen Vorfahrt hat.“ Cartagena klagte, die Polizei habe nach dem Spiel gedroht, ihn festzunehmen. Dies sei nur vom Bürgermeister verhindert worden.

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