Rhein-Main-Gebiet
Heimat für Höhenflieger

Bescheidenheit ist nichts für Frankfurt. In Boomzeiten treibt die Stadt eine komplette Region an. Auch in der Krise lohnt sich ein Blick ins Rhein-Main-Gebiet.

Höher, größer, mehr – Frankfurt liebt seine Superlative. Die Stadt beherbergt das höchste deutsche Bürogebäude, den Commerzbank-Tower, der sich stolze 300 Meter in den Himmel streckt. Mit dem Rhein-Main-Airport verfügt Frankfurt über den größten Flughafen des Landes. Die Deutsche Börse ist hier ansässig, die mit einem Umsatzanteil von mehr als 90 Prozent den ersten Rang unter den sieben Wertpapierbörsen der Republik bekleidet. Die Mainmetropole weist außerdem eine enorme Dichte an Finanzbetrieben auf: 226Kreditinstitute haben hier laut Karriereatlas, der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos Ende 2008 zusammen mit Handelsblatt Junge Karriere erstellt wurde, ihren Sitz. 51 Konzerne aus den Top-500-Unternehmen Deutschlands sind hier zu finden. Ganz klar: Frankfurt strebt höher hinauf als andere – und das zieht auch das Umland mit.

Deshalb sieht es – derzeit – auf dem hessischen Arbeitsmarkt besser aus, als in Gesamtdeutschland. Im März waren in dem Bundesland 220000 Menschen arbeitslos, was einer Quote von 7,1 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote für Gesamtdeutschland lag dagegen bei 8,6 Prozent. Derzeit gäbe es 26000 offene Stellen, sagt der Leiter der Regionaldirektion der Arbeitsagentur Hessen, Wolfgang Forell. „Gemessen an der wirtschaftlichen Lage ist das sehr positiv.“

Doch auch Hessen bereitet die Wirtschaftskrise Kummer. Zwei in der Region vertretene Branchen zeigten sich in den vergangenen Monaten besonders gebeutelt: die Autobranche und der Finanzsektor. Während ganz Deutschland im Kampf um die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers Opel mitfiebert, verschärft sich die Lage auf dem Jobmarkt für Banker seit Monaten. Der Jobmarkt-Index Banking & Finance des Handelsblatts sank im März im sechsten Monat in Folge. Damit schrumpfte die Zahl der offenen Stellen innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel. Nur vereinzelt werden noch Jobs für Banker ausgeschrieben – acht von 13 untersuchten Jobbörsen hatten im März weniger offene Stellen in der Banken- und Finanzindustrie anzubieten als noch im Vormonat.

Einige der raren Jobs sind bei der staatlichen KfW-Bankengruppe zu finden. Das Institut hat seinen Einstellungsstopp gelockert, und stellt Fachkräfte für die Vergabe der Konjunkturhilfen des Bundes ein. „Wir suchen Volks- oder Betriebswirte mit umfangreichen Berufserfahrungen“, sagt die Leiterin Recruiting, Marion Chmiel. Die Bewerber sollten sich mit der Kreditfinanzierung von großen Unternehmen auskennen, analytische Fähigkeiten mitbringen sowie Erfahrungen in der Bilanzanalyse. Der Einstieg lohne sich, sagt Chmiel: „Wir sind nach wie vor ein Unternehmen, das keine betriebsbedingten Kündigungen plant.“

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