Richter: „Wie ein Tier im Zoo“
Naddel: 2 000 Euro für zwei Stunden rumsitzen

Auch in Abwesenheit hat die TV-Moderatorin Nadja Abd El Farrag („Naddel“, 41) am Montag vor dem Amtsgericht in Olpe für Aufsehen gesorgt und einen juristischen Sieg errungen. Ihr ehemaliger Manager stritt dort mit einem Disco-Betreiber aus dem sauerländischen Wenden um die Gage für einen abgesagten Auftritt einer Tanzgruppe.

HB OLPE. „Naddel“ spielt bei dem seit vergangenen Dezember laufenden Prozess eine Schlüsselrolle. Weil die Ex-Freundin von Dieter Bohlen einen Auftritt in dem Tanzlokal wegen Trunkenheit abgebrochen habe, wollte der beklagte Wirt die Ausfall-Kosten für die Musikgruppe mit der gezahlten Gage für Abd El Farrag verrechnen. Der Wirt hatte den Auftritt der Tanzgruppe kurzfristig abgesagt.

Richter Thorsten Kirschner machte dem Disco-Betreiber allerdings wenig Hoffnung. „Meines Erachtens ist der Auftritt von Frau Farrag nicht fehlgeschlagen. Sie musste offenbar nur anwesend sein“, fasste er den Künstlervertrag zusammen. „Wie ein Tier im Zoo“, empfand der Richter die Arbeit der Entertainerin in dem Lokal. „Zwei Stunden rumsitzen und dafür 2 000 Euro bekommen.“

Dass die 41-Jährige in der VIP-Lounge der Disco etwas getrunken hatte, bestätigte ihre Begleiterin, die als Zeugin vernommen wurde. „Sechs oder sieben Gläser Weißwein. Aber sie verträgt Alkohol einfach ziemlich gut“, sagte die Mitarbeiterin der Künstleragentur. Abd El Farrag hatte sich bei dem Richter durch ihren neuen Manager telefonisch entschuldigen lassen. Sie könne nur sagen, dass bei ihren Auftritten immer nur „bloße Anwesenheit“ vereinbart sei und sie nichts trinke, fasste Richter Kirschner den Anruf zusammen.

Angesichts einer Reihe anders lautender Zeugenaussagen hätte Kirschner die Moderatorin das im Gerichtssaal nicht ungestraft wiederholen lassen. Allerdings tue ihr Alkoholpegel wenig zur Sache: Frau Farrag habe ihre Zeit abgesessen, Autogramme gegeben und sich mit Gästen fotografieren lassen. Damit sei der Vertrag erfüllt.

Auch wenn für den Richter nach der fast dreistündigen Verhandlung klar war, dass „Naddels“ Auftritt nicht fehlgeschlagen war - im Streit um die 2 500 Euro Ausfallgage für die Tanzgruppe konnte er keine Entscheidung fällen. Sein Vorschlag, sich auf 1600 Euro zu einigen, lehnten beide Parteien ab. Ob „Naddel“ zu einem weiteren Termin vor das Zivilgericht ins Sauerland geladen wird, ist unklar. Kirschner will den Streit voraussichtlich schriftlich entscheiden.

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