Richterspruch am Dienstag
„Kannibale von Rotenburg“ wegen Mordes verurteilt

Der so genannte Kannibale von Rotenburg, Armin Meiwes, muss wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe antreten.

HB FRANKFURT/MAIN. Dieses Urteil hat das Landgericht Frankfurt am Dienstag im zweiten Prozess gegen den 44-Jährigen gefällt. Er hatte am 10. März 2001 im osthessischen Rotenburg an der Fulda einen anderen Mann mit dessen Einverständnis entmannt, mit einem Messerstich in den Hals getötet und von seinem Fleisch gegessen. Die homosexuellen Männer hatten sich im Internet kennengelernt.

Nach Überzeugung des Gerichts hat Meiwes aus sexuellen Motiven gehandelt. Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer von einem „Kopf- Kino“ gesprochen, für das Meiwes mit seiner Bluttat einen „Top-Film“ habe produzieren wollen, um sich damit später zu befriedigen. Zwei psychiatrische Gutachter hatten Meiwes in dem Prozess eine schwere seelische Störung attestiert, ihn gleichzeitig aber für voll schuldfähig erklärt. In diesem Fall hatte das Gericht kaum eine rechtliche Möglichkeit, Meiwes in die Psychiatrie einzuweisen.

Ein erstes, vom Landgericht Kassel gefälltes Urteil zu achteinhalb Jahren Haft wegen Totschlags hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben.

Die Verteidiger hatten verlangt, Meiwes wegen einer Tötung auf Verlangen zu verurteilen. Für den nun eingetretenen Fall einer Verurteilung wegen Mordes haben sie die erneute Revision beim Bundesgerichtshof angekündigt.

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