Rio de Janeiro Karneval endet mit Blutvergießen

Der berühmte Karneval von Rio de Janeiro stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Unfälle bekamen ähnlich viel Aufmerksamkeit wie heiße Rhythmen und bunte Kostüme. Zum Finale wurde nun sogar ein Mann angeschossen.
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Die fünfte Jahreszeit geht in Rio mit einem blutigen Zwischenfall zu Ende. Bei der Siegerparade der Sambaschulen wurde ein Mall angeschossen. Quelle: dpa
Karneval in Rio

Die fünfte Jahreszeit geht in Rio mit einem blutigen Zwischenfall zu Ende. Bei der Siegerparade der Sambaschulen wurde ein Mall angeschossen.

(Foto: dpa)

Rio de JaneiroBeim Karneval in Rio de Janeiro hat es nach schweren Unfällen in den Tagen zuvor jetzt auch bei der Siegerparade der besten sechs Sambaschulen einen Zwischenfall gegeben. Beim Einmarsch der siegreichen Schule Portela wurde am Sonntagmorgen (Ortszeit) am Ende des Defilees ein Mann angeschossen. Es sei zu einem Handgemenge im Sambódromo gekommen, ein Mann habe eine Pistole gezogen, berichtete das Portal „O Globo“. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wurde der Verletzte in eine Klinik gebracht, sein Zustand sei stabil.

Schwere Unfälle bei der Samba-Sause
Wagen bricht zusammen
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Bei einem weiteren Unfall mit einem Karnevalswagen im Sambódromo in Rio de Janeiro sind 17 Menschen verletzt worden. Am frühen Morgen (Ortszeit) seien Teile des bunt geschmückten Wagens der Sambaschule „Unidos da Tijuca“ in sich zusammengefallen, berichtete das Online-Portal „globo.com“ am Dienstag unter Berufung auf das brasilianische Gesundheitsministerium.

(Quelle: dpa)

Verletzte Tänzer
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Eine verletze Karnevalistin wird abtransportiert, nachdem ein Wagen der Unidos da Tijuca Sambaschule teilweise zusammengebrochen ist. Insgesamt sechs Tänzer wurden in ein Krankenhaus gebracht, zwei von ihnen mit schweren Verletzungen. Sieben Menschen haben einen Schock erlitten.

Erster Schock am Montag
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Bei einem schweren Unfall mit einem Karnevalswagen waren bereits in der Nacht zu Montag rund 20 Menschen verletzt worden. Zum Auftakt des Wettstreits der zwölf besten Sambaschulen geriet der festlich geschmückte Wagen der Sambaschule „Paraíso do Tuiuti“ im berühmten Sambódromo außer Kontrolle und fuhr in die Menschenmenge. Nach Informationen des Portals „O Globo“ sollen bei dem Unfall mindestens acht Personen so schwer verletzt worden sein, dass sie ins Krankenhaus mussten. Mindestens drei Menschen erlitten demnach Knochenbrüche.

Finale in Rio
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Das Finale der Sambaschulen gilt als Höhepunkt des Karnevals in Rio. Zwölf Schulen mit je mehr als 3000 Tänzern und Musikern wetteifern in den Nächten zum Montag und Dienstag vor 72.000 Zuschauern um den Titel.

Unidos da Tijuca Sambaschule
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Trotz der schweren Unfälle entschieden sich die Organisatoren, die Feierlichkeiten weiter laufen zu lassen.

Nationale Feierlichkeiten
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Auch in anderen Städten Brasiliens wurde der Karneval groß gefeiert. In Recife im Nordosten des Landes gab es den Straßenumzug „Galo da Madrugada“, der als größter der Welt gilt. In der Millionenmetropole São Paulo gingen Zehntausende Menschen auf die Straße.

Karneval und US-Präsidenten
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Ein Mitglied der Unidos da Tijuca Sambaschule imitiert den ehemaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln.

Zuvor hatte es vor knapp einer Woche beim Wettstreit der besten zwölf Sambaschulen insgesamt vier Unfälle mit 32 Verletzten gegeben, weshalb für 2018 vor allem die großen, teils 15 Meter hohen, mit Drachen und Adlern gekrönten Wagen auf den Prüfstand kommen. Wie der Chef der zuständigen Prüfbehörde Inmetro, Carlos Augusto de Azevedo, ankündigte, werden für alle Gefährte strengere Regeln erarbeitet. Bisher gab es keine verbindlichen Sicherheitschecks, da sie nicht im normalen Verkehr fahren.

Beim schwersten Zwischenfall verlor ein Wagen der Schule Paraíso do Tuiuti die Kontrolle und fuhr in eine Menschenmenge. Zudem brach das dritte Stockwerk eines Wagens der Schule Unidos da Tijuca zusammen, der die Jazz-Stadt New Orleans symbolisierte. Tänzerinnen und Tänzer stürzten herunter und wurden auf Tragen weggebracht. Darüber hinaus gab es Probleme mit zwei weiteren Wagen, was eine Debatte auslöste, ob die Konstruktionen mit hohen Eisengestellen zu waghalsig und riskant geworden sind.

Portela ist mit 22 Titeln Rekordsieger und begeisterte mit einer blau-weißen Hommage an Brasiliens Flüsse und die Tier- und Artenvielfalt. Zudem war der Auftritt eine Mahnung, dass es nie wieder zu Umweltkatastrophen wie 2015 im Rio Doce kommen darf, der nach einem Bergwerksunglück kontaminiert wurde.

Um keine Schule nach den Unfällen zu bestrafen, gibt es 2018 ein Novum: Es dürfen 13 statt 12 Schulen in der Top-Liga antreten, da dieses Jahr niemand absteigen muss. Dafür gibt es 2018 zwei Absteiger.

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  • dpa
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