Risiko weiterhin hoch
Keine Vogelgrippe-Entwarnung

Trotz einer dreiwöchigen Phase ohne neuen Vogelgrippe-Nachweis bei einem Wildvogel in Deutschland empfiehlt das Friedrich-Loeffler-Institut die bestehenden Regelungen zur Stallpflicht vorerst nicht zu lockern. Die Vereinten Nationen planen derweil ein Projekt zur Erforschung der Migration von Wildvögeln.

HB ROM/RIEMS. Trotz einer dreiwöchigen Phase ohne neuen Vogelgrippe-Nachweis bei einem Wildvogel in Deutschland gibt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) noch keine Entwarnung. „Das Risiko einer Einschleppung in Nutzbestände ist nach wie vor hoch. Dies machen die kürzlich aufgetretenen Ausbrüche bei einer Freilandhaltung in Dänemark und Fälle in Rumänien deutlich“, sagte FLI-Präsident Thomas C. Mettenleiter am Donnerstag auf der Insel Riems. Das FLI empfiehlt daher, die bestehenden Regelungen zur Stallpflicht vorerst nicht zu lockern. Federvieh muss zum Schutz vor der Vogelgrippe in Deutschland etwa in Regionen hoher Geflügeldichte oder in Feuchtgebieten im Stall bleiben.

Das auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 ist letztmalig in Deutschland am 12. Mai nachgewiesen worden. Ein Gänsesäger aus Landsberg am Lech (Bayern) war positiv auf den Erreger getestet worden. Trotz momentan rückläufiger Zahlen könne man nicht von einer Entspannung der Lage ausgehen, sagte Mettenleiter. Durch veränderte Witterungsbedingungen würden generell weniger tote Wildvögel gefunden und somit weniger Proben untersucht. Neben der Fortführung der Stallpflicht sollten die Schutzmaßnahmen gegen eine Einschleppung über die deutschen Grenzen konsequent fortgesetzt werden.

Entwarnung gab das Institut hingegen bei den Weißstörchen. Trotz der zwei im April gefundenen Weißstörche mit dem H5N1-Erreger spielen die Tiere bei der Übertragung der Krankheit keine Rolle, wie der Leiter des Instituts für Epidemiologie, Franz Conraths, sagte. Nach dem Fund der Störche in Märkisch-Oderland (Brandenburg) seien von 100 Tieren aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Kotproben genommen und negativ auf Vogelgrippe getestet worden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die beiden infizierten Weißstörche nach wie vor Einzelfälle darstellen und diese Vogelart bis jetzt keine Rolle bei der Übertragung der Geflügelpest spielt“, sagte Conraths.

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