Roaming-Gebühren
Auslandsgespräche sollen billiger werden

Bis zum Sommer strebt die Bundesregierung eine Senkung der Roaming-Gebühren im Mobilfunk an. Gemeinsam mit der EU-Kommission setzt sich Deutschland für eine entsprechende gesetzliche Regelung ein.

HB BRÜSSEL. Bundesregierung und EU-Kommission haben sich zuversichtlich gezeigt, dass Auslandsgespräche per Handy noch vor den nächsten Sommerferien deutlich billiger werden. "Wir haben eine sehr gute Chance, das vor dem nächsten Sommer hinzukriegen", sagte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding am Montag nach Beratungen der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel.

Großbritannien und die Mittelmeerländer äußerten allerdings Vorbehalte gegen eine gesetzliche Regelung. Großbritannien und Frankreich hätten sich dafür ausgesprochen, den Mobilfunkbetreibern noch sechs Monate Zeit für eine freiwillige Preissenkung zu geben, erläuterte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl, auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Auch Italien, Spanien und Griechenland hätten Vorbehalte geäußert. Dennoch zeigte sich Wöhrl optimistisch, dass es unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 zu einer Einigung kommen werde.

Die Bundesregierung unterstützt im Grundsatz den Vorschlag der EU-Kommission, wonach die Kosten für Mobilfunkgespräche im Ausland höchstens 30 Prozent über dem Inlandstarif liegen dürften. "Jeder Anbieter muss einen Standard-Roamingtarif anbieten", der diesen Bedingungen entsprechen müsste, betonte Wöhrl. Den Mobilfunkbetreibern sollte nach Ansicht der Bundesregierung jedoch Flexibilität dadurch eingeräumt werden, dass sie daneben auch Flatrates und Pakete anbieten können - also etwa Sondertarife für Handybenutzer, die besonders viel im Ausland telefonieren oder Pauschalpreise für eine bestimmte Anzahl von Auslandsgesprächen.

Den Vorstoß aus London und Paris, den Betreibern Zeit für eine Selbstregulierung einzuräumen, lehnte Wöhrl ab. "Wir finden unseren Vorschlag besser, weil er schnell umzusetzen ist", sagte die Staatssekretärin. Den "Touristenstaaten" Griechenland, Italien und Spanien hielt sie vor, sie lehnten eine gesetzliche Regelung ab, weil sie den Interessen ihrer nationalen Mobilfunkanbieter zuwiderliefe.

Der deutsche Vorschlag hätte laut einem Bericht des "Handelsblatts" deutlich reduzierte Entgelte für Auslandsgespräche zur Folge, von 50 bis 60 Cent pro Minute inklusive Mehrwertsteuer. Derzeit kostet ein Handy-Gespräch im Ausland nach Kommissionsangaben zwischen einem und drei Euro pro Minute.

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