Robert Altman ist gestorben
Hollywood verliert ungeliebten Altmeister

Der US-Filmregisseur Robert Altman ist tot. Er zählte neben Stanley Kubrick zu den wichtigsten amerikanischen Vertretern einer Ästhetik, die sich vom üblichen Hollywood-Stil absetzte. In der Traumfabrik war er daher teilweise jedoch als „Rebell“ geächtet. Erst im März dieses Jahres wurde Altman mit seinem einzigen Oscar ausgezeichnet.

HB LOS ANGELES/NEW YORK. Robert Altmanstarb am späten Montag im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus Los Angeles, teilte der Produzent Joshua Astrachan am Dienstag mit. Über die Todesursache wurde zunächst nichts bekannt.

Robert Altman wurde dabei bis zuletzt nicht müde. Der amerikanische Regie-Altmeister hat nie einen Gedanken daran verschwendet, in Ruhestand zu gehen. Als einer der wohl international meistbewunderten Filmemacher der USA lebte Altman nicht nur von seiner Kunst, sondern mehr noch lebte und arbeitete er für sie.

Wenn in Hollywood ein Regisseur als „amerikanischer Fellini“ klassifiziert wird, blinken bei den dortigen Produzenten jedoch alle Warnsignale auf. Und mit diesem Ruf wird man, wie bei Altman insgesamt fünf Mal geschehen, zwar für den Oscar nominiert, bekommt ihn aber nicht. Der Regisseur weiß nur zu gut, wie karriereschädigend solche Lobesworte in der kalifornischen Illusionsfabrik sein können. Denn dort zählt die künstlerische Kreativität viel weniger als Einspielergebnisse. Doch die Kritiker liebten Altmans Filme, das Publikum bewundert sie, und selbst höchstbezahlte Stars drängten sich um die Mitwirkung bei einem neuen Werk des Meisters auch für ein Statistenhonorar. Und im März dieses Jahres erhielt Altman schließlich auch einen Oscar für sein Lebenswerk.

Filmemacher als „Rebell“ bekannt

Der frühere Bomberpilot und wegen seines unorthodoxen Stils in Hollywood als „Rebell“ bekannte Filmemacher war seit 1970 fünf Mal für einen Regie-Oscar nominiert worden. In diesem Jahr wurde ihm dann die begehrteste Filmtrophäe der Welt für sein Lebenswerk verliehen. Seine Werke sind vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit der Goldenen Palme von Cannes, dem Goldenen Löwen von Venedig und einem Golden Globe.

Als letzten seiner mehr als 30 Filme hatte Altman die Komödie „A Prairie Home Companion“ über eine gleichnamige US-Radioshow mit Meryl Streep gedreht. Der Amerikaner war häufig bei der Berlinale zu Gast und hatte 2002 auch hier den Ehrenbären für sein Lebenswerk erhalten. In seiner Dankesrede bei der Oscar-Verleihung im März bekannte Altman vor Zuschauern in aller Welt, dass er bereits seit Mitte der 1990er Jahre ein fremdes Herz in seiner Brust schlagen hat.

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