Robert Kelly
Gast des viralen BBC-Interviews spricht über Home-Office-Albtraum

Politikprofessor Robert Kelly gab dem britischen Fernsehsender BBC ein Live-Interview per Skype – da platzten seine Kinder lauthals herein. Das Video ist der virale Hit des Jahres – jetzt spricht der Professor erneut.
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BerlinRobert Kelly, dessen Familie in den vergangenen Tagen ein Internet-Hit wurde, weil seine Kinder plötzlich während eines BBC-Fernsehinterviews ins Zimmer stürmten, ist selber amüsiert über das Video. Mit einer Pressekonferenz an der Universität von Südkoreas zweitgrößter Stadt Pusan, wo der Amerikaner lehrt, und einer Mitteilung wandte sich der Politikprofessor und Korea-Experte am Mittwoch ausführlich an die Öffentlichkeit. Zu der Pressekonferenz brachte Robert E. Kelly seine Frau Kim Jung-A sowie Tochter Marion (4) und den kleinen Sohn James (9 Monate) mit.

Zunächst habe er sich ein paar Tage angesichts des weltweiten Echos sammeln müssen, gab Kelly in der Mitteilung zu. „Wir hoffen in den kommenden Tagen zur Normalität zurückkehren zu können.“

In dem Statement heißt es auch: „Wir sind eine ganz normale Familie.“ Zwei Kinder seien manchmal eine Menge Arbeit. „Deshalb hat das Video wohl bei Eltern weltweit so viel Nachhall gefunden. Wir fühlen uns geschmeichelt von den vielen netten Bemerkungen über unsere Kinder. Danke. Wir lieben unsere Kinder sehr, und wir sind glücklich, dass unser Familienpatzer so viele Menschen zum Lachen gebracht hat.“

Die „New York Times“ zitierte Kelly mit einem Satz von der Pressekonferenz in Bezug auf seine Prominenz nach dem Internet-Hit: „Das ist jetzt wohl die erste Zeile in meinem Nachruf.“

In einem bereits am Dienstag veröffentlichten Webvideo vom „Wall Street Journal“ hatte Kelly bekannt, den Clip mit seinen Kindern selber sehr amüsant zu finden: „Ich sah das Video wie alle anderen, und fand es auch sehr lustig.“ In einem erneuten BBC-Interview vom Dienstag mit der ganzen Familie sagte Kelly grinsend über die Home-Office-Panne: „Wir hatten Angst, dass die BBC uns nie wieder anrufen würde.“ Doch das Gegenteil war der Fall - Kelly ist jetzt ein beliebter Gesprächspartner, seine Familie ein globales Medienphänomen als Beispiel für das ganz normale Alltagschaos mit Kindern.

Seit Freitag sahen Millionen weltweit die BBC-News-Aufzeichnung, in der Kelly ein Live-Fernsehinterview via Skype zur Amtsenthebung von Südkoreas Präsidentin von zu Hause aus gibt. Da die Tür nicht abgeschlossen ist, kommt plötzlich die vierjährige Tochter Marion hineingetanzt, kurz danach wirbelt Baby James in einem Laufstuhl hinterher. Kelly schließt für einen Moment die Augen, versucht, nicht die Fassung zu verlieren und schiebt seine quirlige Tochter beiseite, die aber im Bild bleibt. Plötzlich kommt Kellys Frau hineingerast und bugsiert hastig die Kinder raus.

Das sogenannte BBC-Dad-Video amüsierte Millionen Menschen auf der Welt und erfuhr in den vergangenen Tagen zahlreiche Analysen und Kommentare. Im neuen Video vom Dienstag erklärt Kellys Frau, dass sie eigentlich mit den Kindern im Wohnzimmer gewesen sei, um das TV-Interview ihres Mannes anzuschauen und mit dem Smartphone aufzunehmen. Plötzlich seien die Kinder aber losgezogen, und sie habe erst verstanden, was los war, als sie ihre Tochter im Fernsehen sah.

Direkt nach der Sendung schrieb der Professor,eine Entschuldigungsmail an die BBC. Eigentlich schließt er sein Büro immer ab, bevor er Fernseh-Interview gibt, dieses Mal aber habe er es schlicht vergessen. Doch die Produzenten des britischen Sender nahmen es gelassen. Sie entdeckten schnell das Potenzial der Home-Office-Panne und wollten den Clip online stellen. Kelly ließ sich überzeugen und willigte ein. Auch in Korea ist er zum Star geworden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Korrespondentin New York

Kommentare zu " Robert Kelly: Gast des viralen BBC-Interviews spricht über Home-Office-Albtraum"

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  • "spricht über Home-Office-Albtraum"
    Nö. Mit keine-Offm Wort.
    Er spricht darüber, dass er die Türe zu seinem Home-Office nie absperrt, damit seine Kinder nicht dass Gefühl haben, dass ihnen der Zugang zu ihrem Papa verwehrt werde.
    Der Professor ist auch Korea-Experte, und kein Professor für Organisation und Zusammenarbeit, Soziologie, Projektmanagement oder Digitale Arbeitswelt - ansonsten wüsste er vielleicht schon etwas über den alltäglichen Home-Office-Albtraum zu berichten.

    Das wären dann Punkte, wie Neid und Missgunst der Firmensitzinsassen gegenüber den Home-Office Privilegierten - und daraus resultierende Informationszurückhaltung. (a la: "Wäre er/sie halt hier im Haus, dann wüsste er/sie es auch. Aber, wer halt lieber daheim bei seinen Kindern bleibt ...")
    Oder das Nichtvorhandensein vernünftiger CSCW-Software, welche für strukturierte Arbeitsprozesse, Dokumentation und Kommunikation sorgt - und die Mitarbeiter stattdessen mit email alleine gelassen werden.

    Standortverteilte Zusammenarbeit ist zweifelsohne die Zukunft - die Potentiale zur besseren Ressourcenallokation, Global Staffing und ein besseres fitting von work mit workforce sind unübersehbar.
    Wer auf diesen Zug nicht mit aufspringt, wird von den anderen abgehängt.
    Das gilt für den einzelnen Mitarbeiter ebenso wie für multinationale Konzerne.

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