Robert-Koch-Institut
Anstieg von Frühsommer-Hirnhautentzündungen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Patienten mit der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Hirnhautentzündung angestiegen. Grund sei die Unwissenheit über die Dauer eines Impfschutzes, so das Robert Koch-Institut.

HB BERLIN - Mit dem Frühling naht die nächste Zeckensaison: Der Impfschutz gegen die von Zecken übertragene Frühsommer- Hirnhautentzündung reicht jedoch nach einer Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) in den deutschen Risikogebieten bei weitem nicht aus. „In Baden-Württemberg sind in Risikogebieten im Mittel elf Prozent der Bevölkerung immunisiert, in Bayern 20 Prozent“, berichtete das Institut am Montag in Berlin. Die Frühsommer-Hirnhautentzündung FSME ist eine von Zecken übertragene Virusinfektion, die jedoch nur in bestimmten Risikogebieten, vor allem im Süden Deutschlands, vorkommt.

In Thüringen sind nach RKI-Angaben im Schnitt 19 Prozent der Menschen in gefährdeten Landkreisen ausreichend geimpft, in den weniger betroffenen Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz 14 und 12 Prozent. „Auffallend ist der hohe Anteil von Menschen ohne abgeschlossene Grundimmunisierung“, heißt es in der Impfstatus- Auswertung auf Landkreisbasis. Viele gingen offensichtlich von einem Schutz aus, ohne ihn tatsächlich zu besitzen. Für einen zeitlich begrenzten Schutz - etwa für eine Reise - sind mindestens zwei Impfdosen erforderlich, ein Langzeitschutz für drei bis fünf Jahre benötigt mindestens drei Impfungen.

Das RKI hatte 2005 einen deutlichen Anstieg der gemeldeten FSME- Fälle auf 431 registriert - in den Jahren zuvor waren es im Durchschnitt nur 262. Menschen in Risikogebieten sollten sich deshalb dringend impfen lassen, rät das Institut. Gegen die häufigste von Zecken übertragene Infektionskrankheit, die von Bakterien ausgelöste Borreliose, gibt es allerdings keinen Impfschutz. Die Fallzahl der in ganz Deutschland verbreiteten Borreliose wird auf 20  000 im Jahr geschätzt.

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