Robert-Koch-Institut
Immer weniger Schweinegrippe-Infizierte

Die Schweinegrippe flaut trotz des kalten Winterwetters kurz vor Jahresende weiter ab. Zuletzt ist die Zahl der neu infizierten Menschen in Deutschland um über 50 Prozent gesunken. Für eine generelle Entwarnung sei es aber noch zu früh.
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HB BERLIN. Nach den am Mittwoch veröffentlichten aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat sich die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen von zuletzt fast 8700 auf 4000 mehr als halbiert. Mitte November war in der 47. Kalenderwoche mit fast 47 000 die bislang höchste Zahl neuer Fälle an das RKI gemeldet worden. Insgesamt wurden in Deutschland bislang rund 210 000 Fälle der neuen Grippe registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen.

Ein RKI-Sprecher sagte, der Scheitelpunkt der ersten Welle sei überschritten. Es gebe aber noch keine Entwarnung. So sei unklar, ob im Januar eine zweite Welle bevorstehe. Die normale saisonale Grippe spiele bislang in Deutschland keine Rolle. Bei fast allen Grippefällen handele es sich um die neue Influenza. Diese verlauft bislang überwiegend mild. Gleichwohl rät die Ständige Impfkommission des RKI Risikogruppen zu einer Impfung.

Dem Sprecher zufolge ist noch offen, welche Rolle die saisonale Grippe in der laufenden Wintersaison spielen wird. Gewöhnlich tritt diese im Januar verstärkt auf. Möglich sei, dass die normale Grippe durch die Schweinegrippe verdrängt werde, wie dies in einigen südlichen Ländern zu beobachten gewesen sei.

Wegen anhaltender Impfmüdigkeit der Bürger wollen die Bundesländer mehr als zwei Mio. Impfdosen gegen die Schweinegrippe ins Ausland verkaufen. Anfang Dezember hatten sich erst fünf Prozent der Bevölkerung impfen lassen. Die Verhandlungen mit interessierten Staaten sollen im Januar beginnen. Einige Bundesländer wollen sich zudem beim Hersteller dafür stark machen, weniger Impfdosen als vereinbart geliefert zu bekommen. Die Bundesländer haben 50 Mio. Dosen geordert, die bis Ende des ersten Quartals 2010 geliefert werden sollen.

Kommentare zu " Robert-Koch-Institut: Immer weniger Schweinegrippe-Infizierte"

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  • Eine gigantische Subventionsmassnahme für die Pharmaindustrie, die sowieso Millionen abzockt, nähert sich seinem Ende.

    ich bin gespannt wie unsere Politiker ihre Verschwendungssucht erklären werden. bin aber sicher es werden weiterhin Steuergelder verschwendet. Es ist ja einfach, danach die Steuern zu erhöhen. Zumindest bis der große Knall kommt.

  • Ja was denn nun ?

    "Möglich sei, dass die normale Grippe durch die Schweinegrippe verdrängt werde, wie dies in einigen südlichen Ländern zu beobachten gewesen sei."

    Wenn das wirklich wahr ist, dann ist die 'Schweinegrippe' doch eigentlich ein Segen ? Den jährlich ca. 5.000 Toten durch die reguläre Grippe stehen bisher (sofern ich das richtig mitbekommen habe) ca. 100 Tote der Schweinegrippe gegenüber.

    Die Wirkung der Schweinegrippe wurde also erheblich abgemildert, was den reinen Zahlen nach etwa 4.900 Menschen das Leben gerettet hat ?

    Jeder einzelne Grippetote ist einer zu viel. Wenn man die Panikmache (auch der Presse) bezüglich der Schweinegrippe beobachtet, dann stellt sich die Frage, wessen interessen hier eigentlich gewahrt wurden.

    in meinen Augen stellt die Schweinegrippe Panik nichts anderes dar, als eine Abwrackpremie für Teile der Pharma industrie. Und ob Tamiflu und Konsorten wirklich helfen, sei eh dahingestellt.

    Die 'Gesundheits Krisen Teams' /Uno und national) durften mal den Ernstfall durchspielen, um sich in Erinnerung zu bringen, ihre Wichtigkeit zu betonen - und natürlich um zusätzliche Gelder zu kassieren.

    Zu guter letzt: das Argument 'impfen, weil das Schweinegrippe Virus in der zweiten Welle mutieren kann' ist wohl ziemlicher blödsinn. Wenn es mutiert, dann 'kann' auch die impfung vergeblich sein.

    Zumal das Argument auch bei der saisonalen Grippe zutrifft: auch diese 'kann' mutieren. in Anbetracht der hohen Zahl von Toten gibt es dennoch keine Grippeschutz impfpflicht.

    Wo bleibt die Logik ?

    Hier wurde verantwortungslos Panik verbreitet und in Kauf genommen, dass bei einem echten Ernstfall niemand mehr den derzeitigen 'Mahnern' und Panikverbreitern glaubt.

    Traurig.

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